Ageless Consuming

In den 1950er und 1960er Jahren traten die Industriestaaten in eine kurzfristige „Babyboomer“-Phase ein. Seither sinken die Geburtenzahlen wieder bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung. Das Ergebnis: eine stetig alternde Bevölkerung. 2030 wird ein Drittel der in den Industrienationen lebenden Menschen älter als 65 sein.

Es verändert sich nicht nur die Altersstruktur, sondern auch der Lebensstil der sogenannten „Silver Society”. Ab dem 60. Lebensjahr kommt es noch einmal zu einem Aufbruch, der in den vielzitierten Un-Ruhezustand mündet. Besonders die Tourismusbranche profitiert stark vom Ende des Stillstands und der Entdeckungslust der Silver Society. Wie das amerikanische Reiseunternehmen Eldertreks haben sich viele Reisebüros bereits auf diesen Trend eingestellt und auf die Zielgruppe der Ü50 spezialisiert.

Durch die zunehmende Individualisierung dieser Altersgruppe und ihren Bedürfnissen lösen sich die Altersgrenzen innerhalb der Konsumwelt auf. Es zeigt sich der Trend des Ageless Consuming, das nicht vom Alter, sondern von Interessen und Lebensstil abhängig ist. Der IT-Markt ist hierfür ein Paradebeispiel: Durch die technische Affinität der Älteren und deren starker Nachfrage nach  Smartphones, PCs und anderen Devices spielen sie als Zielgruppe für die IT-Unternehmen eine wichtige Rolle. In der Produktentwicklung ist es deshalb essenziell, die speziellen Bedürfnisse der älteren Generation zu berücksichtigen.

Auch die Arbeitswelt wird durch die alternde Bevölkerung stark verändert. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen das volle Potenzial ihrer Arbeiter und Angestellten ausschöpfen. Eine zentrale Rolle dabei spielen die „Silver Potentials”, die auch im Alter noch große Freude am Arbeiten haben. Durch ihren anhaltenden Arbeitswillen können sie als Lösung für das sinkende Arbeitskräfteangebot fungieren. Dafür müssen gezielt Anreize wie eine altersfreundliche Unternehmenskultur oder eine lebensphasenorientierte Personalpolitik gesetzt werden.

Diese schwierig definierbaren Zielgruppen verändern den Entwicklungs- und Konzeptionsprozess neuer Produkte in Richtung Universal Design. Nicht mehr altersbedingte Präferenzen stehen im Fokus, sondern alle potenziellen Kunden werden gleichermaßen berücksichtigt. Die angebotenen Produkte werden so flexibel konzipiert, dass sie auf Wunsch auch individuelle Vorstellungen berücksichtigen können. Speziell der Automobilsektor hat sich gut auf diesen neuen Trend eingestellt. Hohe Türöffnung und Sitzpositionen bei gleichzeitigem jugendlichen und dynamischen Design bieten mehreren Zielgruppen ein geeignetes Produkt.

Als Unternehmen ist es wichtig, die verschiedenen Einkommensgruppen der älteren Generation zu berücksichtigen. Einerseits gibt es einkommensstarke Senioren, von denen die Luxusgüter- und die Reiseindustrie profitieren kann. Andererseits leben viele Senioren an der unteren Einkommensgrenze, weshalb auch auf günstige Produktlinien gesetzt werden muss.


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