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Covid-19-Auswirkungen auf den Bank- und Kapitalmarkt

Update per 22.4.2020

Wir verfolgen die Auswirkungen von Covid-19 für Sie sehr genau. Wir haben für Sie einen Überblick zu den aktuellen Ereignissen zusammengestellt:

  • Aktienkurse: Die Erholung der Aktienmärkte nach dem starken Kurssturz im März hat sich eingebremst, wobei die Volatilität an den Märkten weiterhin hoch bleibt. Die Lage am Rohölmarkt bleibt nach dem beispiellosen Absturz des Ölpreises zum Wochenanfang weiterhin angespannt. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit knapp USD 16 so wenig wie seit 1999 nicht mehr. Der Preis für die US-Sorte WTI fiel in der Spitze unter USD 11 je Barrel. Angesichts des Nachfrageeinbruchs infolge der Coronavirus-Pandemie und eines Kontraktwechsels war der Preis für US-Öl zu Wochenbeginn erstmals in seiner Geschichte unter USD 0 gerutscht. Die Turbulenzen am Ölmarkt machen das Ausmaß des wirtschaftlichen Zusammenbruchs infolge der Einschränkungen aufgrund der Corona-Maßnahmen deutlich, während die Aktienmärkte die in die Zukunft gerichtete Erwartungshaltung ausdrücken.
    Die weltweit andauernde Unterstützung der Wirtschaft seitens der Regierungen, laufende Fortschritte im Kampf gegen das Virus sowie die Lockerung der Restriktionen sind für die Märkte dabei positive Indikatoren.

    US-Banken mussten bereits Milliarden zur Deckung möglicher Kreditverluste wegen des Coronavirus zurücklegen. Die US-Regierung hat mittlerweile ein weiteres USD 500 Mrd. schweres Hilfspaket verabschiedet.
    Volkswirte erwarten wegen der Corona-Pandemie einen starken Rückgang der Wirtschaftsleistung, vor allem in Italien. ​

  • EURO: Der Euro hat im April wieder Terrain gegenüber dem USD verloren und ist auf 1,0837 zurückgefallen. 
     
  • Im Zuge der Krise ist der Bonitätsaufschlag im USD LIBOR-Zinssatz stark angestiegen und engte sich im April etwas ein, während im Vergleich dazu der Ablösezinssatz SOFR aufgrund der US-Zinssenkung gegen 0% tendiert.

Konjunktur: Eine aktuelle gemeinsame Schätzung der Auswirkungen von IHS, WIFO, WU und IIASA (siehe Infoquellen) kommt zum Schluss, dass die österreichische Wirtschaft 2020 um 4,0% schrumpft. Dies unter der Annahme, dass die Maßnahmen im Mai wieder aufgehoben werden und sich die Lage normalisiert.

Die Erholung der Wirtschaft dauert aus dieser Sicht bis Ende 2022, bleibt aber unter der Entwicklung, die ohne Krise zu Erwarten gewesen wäre. Die Arbeitslosigkeit steigt im Jahr 2020 auf über 10,5% und die Staatsverschuldung steigt von 70,4% des BIP auf 75%.

Die Schätzung der RBI prognostiziert ein Schrumpfen der Wirtschaft in Österreich in 2020 von 4,5% sowie ein Wachstum in 2021 von 4%.

Bereits in unserem Update vom 30.3.2020 haben wir die Einschätzung der Analysten der Raiffeisen Bank International zu den Auswirkungen von Covid-19 auf den CEE-Raum angeführt. Insbesondere für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste gem IFRS 9 ist eine Einschätzung zu makroökonomischen Entwicklungen für Institute von herausragender Bedeutung.

Auswirkungen auf die Bilanzierung von Kreditinstituten:

AFRAC hat am 21.4.2020 eine Aktualisierung der Fachinformation zu den Auswirkungen von Covid-19 auf Kreditinstitute veröffentlicht. Neu sind dabei die Kapitel zur Frage „Wie sind Stabilisierungsmaßnahmen im Hinblick auf die Erfassung von Vertragsänderungen zu beurteilen?“ sowie „Wie ist das gesetzliche Moratorium nach dem 2. Covid-19-JuBG im Rahmen der Rechnungslegung zu beurteilen?“

Die FMA hat in Beantwortung einer Anfrage der WKÖ am 8.4.2020 ihre Sichtweise zu Rechnungslegungsfragen im Zusammenhang mit Covid-19 dargestellt. Insbesondere zur „Behandlung von durch die COFAG garantierten Überbrückungskrediten und zu „Auswirkungen des Moratoriums nach dem 2. Covid-19-JUBG, d.h. der Stundung von Krediten an Verbraucher und Kleinstunternehmer.

Die Ausführungen sind abgestimmt mit der o.a. AFRAC-Fachinformation und sollen Erleichterungen und Klarstellungen für Banken bezüglich der Wertberichtigungsbildung bzw. dem Stufentransfer im IFRS 9 Modell bringen. FMA behandelt die Sichtweise gemäß IFRS. Die Ausführungen sind auch in Einklang mit den bisher geäußerten Stellungnahmen von ESMA, EZB und IDW.

Für US-Banken wurden kurzfristig Erleichterungen bei der Anwendung der ab 1.1.2020 gemäß US-GAAP verpflichtenden ECL-Modelle beschlossen. Die Anwendung der ECL-Modelle ist bis zum Ende der Krise nur noch optional. Dies gilt auch für die Anwendung der Bestimmungen zu Modifikationen von Verträgen.

Das IASB schlägt als Antwort auf die Krise aktuell eine Änderung von IFRS 16 vor. Dadurch müssen Covid-19 bedingte Anpassungen von Mietverträgen nicht zwangsläufig als Modifikation erfasst werden. 

IBOR-Reform: Der weltweite Zeitplan zur Ablöse der Referenzzinssätze per Ende 2021 bleibt unverändert. Einzelne Meilensteine können sich hingegen durchaus verschieben. So wurde ein wichtiger Meilenstein für die Umstellung der Verzinsung von Sicherungseinlagen bei den Clearingstellen aktuell vom 22.6.2020 um fünf Wochen auf den 27.7.2020 verschoben, um den Marktteilnehmern angesichts der Krise mehr Vorbereitungszeit zu geben. Eine weitere Verschiebung ist nicht zu erwarten, da für Oktober 2020 analog die Umstellung für den USD auf den neuen Referenzzinssatz SOFR geplant ist.

Das IASB hat den ED zur IBOR-Reform Phase II veröffentlicht. Die wesentlichsten Punkte sind Modifikationen, Hedge Accounting und Disclosures. Die Kommentierungsfrist endet am 25.5.2020.

EIOPA hat aufgrund von Covid-19 die Frist für die Stellungnahme zu den Vorschlägen im Rahmen der IBOR-Reform zur Änderung der Berechnungsmethodik einer risikofreien Zinsstrukturkurve von 30.4. auf den 30.6. verschoben.

  • In Bezug auf die Problematik der Kreditrisikoanpassung präferiert die EIOPA den Vorschlag, das Intervall der Swapsätze, die auf den IBOR-Referenzzinsätzen basieren, nicht anzupassen. Gleichzeitig soll das Kreditrisiko für Swapsätze, die vollständig auf den „Overnight Index Swaps“ basieren, auf Null gesetzt werden.
  • Bei der Erstellung einer risikofreien Zinsstrukturkurve bevorzugt die Behörde die Option, die Zinsstrukturkurve schrittweise durch eine Kombination von Instrumenten alter und neuer Referenzzinssätze zu ersetzen.

EFFEKTIVE FACHLICHE UND PERSONELLE UNTERSTÜTZUNG DURCH BDO

Fachliche Unterstützung: Wir stehen in dauerhaft engem Kontakt zu den nationalen und internationalen Standard-Settern und halten Sie über die relevanten Entwicklungen im Bereich der nationalen und internationalen Rechnungslegung sowie des Aufsichtsrechts informiert. Dies schließt nicht nur eine sachgerechte und krisengeeignete Interpretation der relevanten Normen der Rechnungslegung oder des Aufsichtsrechts mit ein – wir helfen Ihnen darüber hinaus dabei, im Dschungel der sich überschlagenden Verlautbarungen von diversen Regulatoren mit unterschiedlichen Zuständigkeiten den Überblick zu behalten.

Personelle und digitale Unterstützung: Unsere fachlich erfahrenen Bankenprüfer sind angesichts der auslaufenden Busy Season unmittelbar einsatzbereit und bestens versiert, revisions- und aufsichtsgeeignete Dokumentationen zu erstellen - und dies ortsunabhängig und unabhängig davon, wie lange das öffentliche Leben noch durch eine Kontaktsperre eingeschränkt ist.

Unsere Datenaustauschplattform BDO Filexchange ist unsere Drehscheibe für das gesamte digitale, datensichere und ortsunabhängige Arbeitsleben. Beginnend mit dem Anforderungskatalog erfolgt der effiziente Austausch von Dokumenten auf privaten, sicheren Websites, um jegliche Reibungsverluste zu vermeiden.

Unsere modernen explorativen Datenanalyse-Tools ermöglichen einen verbesserten Risikobewertungsprozess, detaillierte substanzielle Beurteilungen und können verwendet werden, um bei einem bestimmten Datensatz gezielte Elemente und Informationen zu identifizieren.

Datensicherheit ist hierbei garantiert: Informationssicherheit im Allgemeinen und die Sicherheit der Daten unserer Kundinnen und Kunden im Besonderen sind für BDO von größter Bedeutung. Wir haben technische und organisatorische Maßnahmen getroffen, um den Datenverkehr zwischen Ihnen und BDO angemessen zu sichern und die sichere Verarbeitung der Daten bei BDO zu gewährleisten.


WICHTIGE INFORMATIONSQUELLEN

Die folgenden Links geben eine zeitnahe Orientierung zu den vorgesehenen staatlichen und regulatorischen Maßnahmen:


Europäische Zentralbank (EZB): https://www.bankingsupervision.europa.eu/home/html/index.en.html

Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA): https://www.fma.gv.at/aktuelle-informationen-der-europaeischen-finanzmarktaufsichtsinstitutionen-zu-den-herausforderungen-durch-den-corona-virus/

AFRAChttps://www.afrac.at/ 

European Banking Authority (EBA): https://eba.europa.eu/eba-statement-actions-mitigate-impact-covid-19-eu-banking-sector

European Securities and Markets Authority (ESMA): 
https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-recommends-action-financial-market-participants-covid-19-impact
https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-951_statement_on_ifrs_9_implications_of_covid-19_related_support_measures.pdf

CEAOB:
https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/business_economy_euro/banking_and_finance/documents/200325-ceaob-statement-covid-19_en.pdf

Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW):
https://www.idw.de/idw/idw-aktuell/corona-virus--auswirkungen-auf-wertminderungen-von-finanzinstrumenten-nach-ifrs-9/122898

IASB:
https://cdn.ifrs.org/-/media/feature/supporting-implementation/ifrs-9/ifrs-9-ecl-and-coronavirus.pdf?la=en

Raiffeisen Bank International (RBI): „Auswirkungen Covid-19 auf Realwirtschaft und Banken in CEE”
http://www.discover-cee.com/covid-19-cee-a-first-assessment-of-the-contagion-including-the-real-economy-and-banking-sector/

Accountancy Europe:
https://www.accountancyeurope.eu/publications/coronavirus-crisis-implications-on-reporting-and-auditing/

Wirtschaftsentwicklung - WU, HIS, WIFO, IIASA
https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/5296/1/poledna-et-al-2020-recovery-austrian-economy-covid.pdf

Falls auch Sie Fragen haben, welche Maßnahmen jetzt für Ihre Bank notwendig sind, um Ihr Institut gut durch die Krise zu bringen, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie unseren Experten: