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EU-Kommission veröffentlicht „schwarze Liste“ von Steueroasen

20 Dezember 2017

Die EU-Kommission hat über 200 Länder außerhalb des Unionsgebiets auf ihre steuerlichen Risiken hin untersucht und mit 5. Dezember 2017 die lang erwartete „schwarze Liste“ von Steueroasen veröffentlicht. Insgesamt 17 Länder erfüllen demnach nicht die von der EU vorgegebenen Minimum-Standards zur Umsetzung steuerlicher Transparenz und Schaffung fairer Besteuerungsgrundlagen („schwarze Liste“):

Amerikanisch-Samoa, Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Republik Korea, Macau, Marshallinseln, Mongolei, Namibia, Palau, Panama, St. Lucia, Samoa, Trinidad und Tobago, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate

Neben diesen 17 schwarzen Schafen hat die EU noch 47 weitere Staaten identifiziert, welche die Minimum-Standards der EU zwar noch nicht zur Gänze erfüllen, sich jedoch dazu bekannt haben, diese bis spätestens 2019 umzusetzen („graue Liste“):

Im Bereich Steuertransparenz haben sich demnach folgende Staaten dazu verpflichtet, ihre Standards zu verbessen, in dem sie den Automatischen Informationsaustausch (AIA) und/oder das multilaterale Übereinkommen der OECD über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen umsetzen oder dem Global Forum der OECD beitreten:

Armenien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Kap Verde, Hongkong, Curaçao, Fidschi, Mazedonien, Jamaika, Jordanien, Malediven, Montenegro, Marokko, Neukaledonien, Oman, Peru, Katar, Serbien, Swasiland, Taiwan, Thailand, Türkei, Vietnam

Zur Sicherstellung einer fairen Besteuerungsgrundlage haben sich die folgenden Staaten bekannt, in dem sie ihre Steuerregime anpassen bzw. Regelungen schaffen, die auf die Besteuerung der wirtschaftlich Berechtigten abzielen:

Andorra, Armenien, Aruba, Belize, Bermuda, Botswana, Kap Verde, Kaimaninseln, Cookinseln, Curaçao, Fidschi, Guernsey, Hongkong, Isle of Man, Jersey, Jordanien, Labuan, Liechtenstein, Malaysia, Malediven, Mauritius, Marokko, St. Vincent und die Grenadinen,  San Marino,  Seychellen, Schweiz, Taiwan, Thailand, Türkei, Uruguay, Vanuatu, Vietnam

Weiters haben sich folgende Staaten zur Umsetzung der BEPS-Mindeststandards Bekämpfung schädlicher Steuerpraktiken, Vermeidung von Treaty-Shopping und Verhinderung von Abkommensmissbrauch, Umsetzung des Country by Country-Reportings und Verbesserung der Streitbeilegung mittels Verständigungsverfahren bekannt:

Albanien, Armenien, Aruba, Bosnien und Herzegowina, Kap Verde, Cookinseln, Färöer Inseln, Fidschi, Mazedonien, Grönland, Jordanien, Malediven, Montenegro, Marokko, Nauru, Neukaledonien, Niue, St. Vincent und die Grenadinen, Serbien, Swasiland, Taiwan, Vanuatu

Die EU-Kommission plant die Liste jährlich zu aktualisieren. Weiters ist die Veröffentlichung eines Interim-Reports für Mitte 2018 geplant, um die Fortschritte der jeweiligen Staaten in der Umsetzung der oben beschriebenen Maßnahmen zu überwachen.

Gemäß einem Vorschlag der EU-Kommission sollen Gesellschaften mit Aktivitäten in Staaten, die auf der „schwarzen Liste“ stehen, strengeren Reporting-Verpflichtungen im Bereich Verrechnungspreisdokumentation und beim Automatischen Informationsaustausch unterliegen. Weiters sollen Gesellschaften in diesen Ländern keine Fördergelder aus gewissen EU-Institutionen erhalten, sondern Förderungen ausschließlich über Direktinvestitionen möglich sein.

Mit der Veröffentlichung der schwarzen Liste ist das klare Ziel der EU-Kommission, die Herstellung einer absoluten Steuertransparenz, deutlich erkennbar, welche auch die einzelnen Mitgliedstaaten mit immer stärkeren Nachdruck einfordern.

Ansprechpartner:
Mag. Mario Schlächter
Steuerberater, Manager
+43 1 537 37 450
mario.schlaechter@bdo.at