Aktuelles:

Erfolgsfaktoren für digitale Geschäftsmodelle

04 Oktober 2018

Digitale Geschäftsmodelle sind in aller Munde. Und das, obwohl keine einheitliche Definition dafür existiert. Wie man sich durch Digitalisierung vom Mitbewerb abhebt oder echte Disruption erzeugt, hängt von Branche und Wertschöpfungsstufe ab. Von digitaler Interaktion mit Kunden bis zur vollständigen Virtualisierung einer Funktion, die einst ein physisches Produkt erfüllt hat: der Einfluss der Digitalisierung auf die Art wie Betriebe Wert schaffen, ist vielfältig.

Ökonomie des Teilens

Die Erhöhung der Dienstleistungsorientierung, sowie eine Reduktion physischer Objekte haben nahezu alle Geschäftsmodelle gemein. Ziel ist, Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und damit den Komfort für Kunden zu erhöhen: sei es der ungeliebte Chat-Bot des Telekommunikationsanbieters, die App des Lieblings-Versandhändlers oder die von Google ermittelte Prognose des Kundenaufkommens beim Greißler nebenan. In einer Sharing-Economy, also der Ökonomie des Teilens und Tauschens als Ablöse von Besitz und Eigentum, können digitale Geschäftsmodelle überall dort Wert schaffen, wo eine ad-hoc Nachfrage durch rasche digitale Vermittlung eines Angebots befriedigt werden kann. So besitzt Uber als Transportunternehmen keine Taxis und Facebook ist das heute größte Medienunternehmen ohne selbst Medieninhalte zu generieren.

Während wir keinen Besitzanspruch mehr an das Auto stellen, das wir über einen Car-Sharing-Anbieter gemietet haben und selbst im industriellen Umfeld Anlagen-Leasing üblich geworden ist, ist die Frage nach dem Eigentum der Daten, die durch diese neuen Formen des Konsums generiert werden, vieldiskutiert und kontrovers. Datenbasierte Dienste komplementieren physische Produkte, um Dienstleistungen an Kundenwünsche anzupassen und um im Idealfall zu wissen, was der Kunde benötigt, bevor er danach fragt. Die Industrie profitiert zukünftig von zustandsbasierten Vorhersagemodellen für die Wartung ihrer Produkte und Fertigungskapazitäten auf Basis der Daten, die physische Objekte generieren. Im Alltag gewöhnen wir uns erst daran, dass unser Smartphone vorhersagt, wo wir in den nächsten 30 Minuten hinfahren und uns eine Verkehrsprognose bereitstellt.

Große Herausforderungen

Die Wertsteigerungsmöglichkeiten durch disruptive Geschäftsmodelle sind enorm, sofern auch die Ertragsmechanik den Prinzipien der digitalen Transformation folgt. Neue dynamische Preismodelle sind gefragt, die mit niederschwelligen Erstfixkosten auskommen und einem Sharing-Ansatz folgen, in dem eine digitale Plattform als Ökosystem funktioniert, welches durch unterschiedliche Akteure für deren Zwecke genutzt und so querfinanziert wird.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen stehen mit der Digitalisierung und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle vor großen Herausforderungen. Die kürzlich ins Leben gerufene Digitalisierungsagentur der Österr. Forschungsförderungsgesellschaft (FGG) ,  sowie unterschiedliche Förderungsprogramme (z.B. „Service Innovation“, „Produktion der Zukunft“, etc.) sollen die Entwicklungen hin zur Digitalisierung unterstützen. Viele Clustervereinigungen wie AC Styria oder der Green Tech Cluster vergeben darüber hinaus europäische EFRE-Mittel für Innovationsberatung, die Unternehmen beantragen können, um externes Know-how einbinden und auch finanzieren zu können. In der Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle empfiehlt es sich daher, von Beginn an mögliche Förderungs- und Finanzierungsoptionen mitzudenken.

Ansprechpartner:

Julia Ulbrich
+43 (316) 3637-833
julia.ulbrich@bdo.at 

Petra Lahofer
+43 1 53737-736
petra.lahofer@bdo.at