Aktuelles:

Are You Ready? IFRS ab 2020 in neuem Berichtsformat

06 Februar 2019

Die zukünftig standardisierte elektronische Veröffentlichung der IFRS-Abschlüsse soll die Zugänglichkeit, die Vergleichbarkeit und die Analyse von Finanzinformationen verbessern. 

Am 17.12.2018 hat die EU mittels Verordnung festgelegt, dass alle Emittenten, die Konzernabschlüsse nach IFRS erstellen müssen diese ab 1.1.2020 in einem einheitlichen elektronischen Berichtsformat (European Single Electronic Format, kurz ESEF) zu veröffentlichen haben.
Aufgrund der Transparenzrichtlinie wurde ESMA mit der Durchführung der technischen Regulierungsstandards beauftragt. Tatsächlich folgt die EU-Verordnung den Vorgaben der ESMA. 

Alle IFRS-Bilanzersteller müssen ab 1.1.2020 ihre Finanzberichterstattung vom bisher meist verwendeten pdf-Format in das XHTML (eXtensible HyperText Markup Language) Format transferieren. Die Darstellung in diesem XHTML-Format erfolgt dann gemäß der ESMA-Festlegung auf Basis der vom IFRS Standardsetzer veröffentlichten IFRS Taxonomy, dargestellt in XBRL (eXtensible Business Reporting Language).

Dazu sind umfangreiche XBRL-Auszeichnungen in XHTML unter Anwendung der Inline-XBRL-Spezifikationen einzubetten. Der Anhang der Verordnung, der die detaillierten Spezifikationen beinhaltet, besteht aus 626 Seiten bzw. ca. 5.000 Datenpunkten. Die IFRS-Taxonomy enthält zur Sicherstellung der Konsistenz auch bereits entsprechende Prüfregeln und stellt durch Referenzierungen sicher, dass alle IFRS-Informationen umfasst sind.

Um den umfangreichen Umstellungsaufwand für Unternehmen zu reduzieren, müssen in einem ersten Schritt ab 2020 nur die „main financial statements“ Bilanz, GuV, Eigenkapitalspiegel und Cash Flow Statement detailliert im neuen Format veröffentlicht werden. Die umfangreichen Anhangangaben dürfen bis 2022 gesammelt dargestellt werden. „Entity Specific Disclosures“ sind über Taxonomy-Erweiterungen abzubilden.

Die Einreichung der Daten soll weiterhin über die jeweiligen nationalen Unternehmensregister erfolgen. Die Schaffung eines zentralen europäischen Registers ist geplant.

Eine analoge Ausweitung von XBRL-Reporting auf die nationale Rechnungslegung bzw. weitere Finanzberichte ist in weiteren Ausbaustufen möglich, setzt aber voraus, dass eine Taxonomy vorgegeben wird.   

Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Umstellung auf das neue IFRS-ESEF-Reporting:

  • Verstehen der technischen Implikationen der Umstellung, iXBRL-Readiness-Check
  • Softwareauswahl, Prozessdefinitionen
  • Überprüfen der IFRS-Reporting Anforderungen im neuen XBRL-Format sowie Abgleich mit der Verfügbarkeit der bereits vorhandenen Finanzinformationen
  • IFRS Know-how für das „Tagging“ der Finanzinformationen zur Überleitung in die XBRL-Struktur

Die Umstellung erfordert jedenfalls detailliertes Wissen im Bereich IFRS und XBRL-Reporting.

Die  BDO Experten unterstützen Sie gerne als kompetenter Partner in jeder Phase ihres ESEF Implementierungsprojekts.

Link zur EU-Verordnung

 

Ansprechpartner:

Michael Hammer
Director
+43 1 537 37 797
michael.hammer@bdo.at