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Gesetzesnovelle: Anstellung von Ärzten bei Ärzten

09 April 2019

Die bereits vielmals diskutierte Thematik der Anstellung von Ärzten bei niedergelassenen Ärzten wird nun im Ärztegesetz ermöglicht. Zudem werden die Regelungen hinsichtlich der Vertretung im Gesetz klargestellt. In der Praxis bieten die Gesetzesänderungen somit eine Vielzahl an neuen Gestaltungsmöglichkeiten, jedoch ergeben sich aus den getroffenen Regelungen auch eine Reihe von Fragen.

Flexible Regelung

Bisher war es - trotz mehrmaliger Forderungen u.a. durch die „Bundeskurie Niedergelassene Ärzte“ -  ordinationsführenden Ärzten untersagt, Kollegen auf Vollzeit- bzw. Teilzeitbasis anzustellen.

Durch einen Nationalratsbeschluss wird die vorherige restriktive Regelung flexibler: Nun ist eine Anstellung „zum Zwecke einer nicht nur vorübergehenden Erbringung ärztlicher Leistungen“ möglich.

Kassenärzte oder Kassengruppenpraxen dürfen aber Ärztinnen und Ärzte nur anstellen, sofern die Kasse zustimmt.

Wie viele Ärzte dürfen angestellt werden?

In Ordinationen können maximal zwei Kollegen im Ausmaß von insgesamt 40 Wochenstunden angestellt werden. In Gruppenpraxen dürfen höchstens

vier Kollegen pro Arzt im Ausmaß von 80 Wochenstunden beschäftigt werden.

Es darf zu keiner Veränderung bei Organisationsdichte und Organisationsstruktur der Ordinationen und Gruppenpraxen kommen. Durch die Beschränkung auf ein bis zwei Vollzeitäquivalente wird eine Abgrenzung zur Rechtsform von Krankenanstalten sichergestellt. Die Möglichkeit, Turnusärzte im Rahmen der Lehrpraxis anzustellen, bleibt von den Änderungen unberührt.

Vorteile

Die neue Gesetzesgrundlage ermöglicht familienfreundlicherer Arbeitsbedingungen, eine Erleichterung beim Einstieg von Jungärztinnen und Jungärzten und trägt auch zum Erhalt von Hausarztpraxen im ländlichen Bereich bei.