Newsletter:

HOT SPOT GPLA

09 Oktober 2018

Abgeltung von Überstunden(-zuschlägen)

Die Regelungen über die Arbeitszeit sind wie die Entlohnung derselben heikle Themen der Arbeitswelt. Dass die wöchentliche Normalarbeitszeit vertraglich vereinbart und Arbeitszeitaufzeichnungen grundsätzlich für jeden Mitarbeiter geführt werden müssen, ist mittlerweile allen Arbeitgebern bekannt.

Dass allerdings auch eine Generalklausel im Vertragsinhalt (Dienstvertrag, Betriebsvereinbarung oder Kollektivvertrag) enthalten sein muss, die den Arbeitnehmer bei erhöhtem Arbeitsbedarf zur Erbringung von Überstunden „verpflichtet“, ist schon weitaus weniger geläufig.

Wie geleistete Überstunden in weiterer Folge abzugelten sind, stellt für Arbeitgeber oftmals eine wahre Herausforderung dar.

Eines steht fest: Regelt weder der Einzelvertrag, die lohngestaltende Vorschrift noch eine Betriebsvereinbarung die Form der Abgeltung, so sind Überstunden im Zweifel monetär abzugelten. Das Arbeitszeitgesetz sieht für die Abgeltung der Überstunden grundsätzlich einen Zuschlag von 50% vor, wobei viele Kollektivverträge abhängig von der Lage der Überstundenarbeit höhere Zuschläge vorsehen. Im Einkommensteuergesetz
ist für die ersten zehn Überstundenzuschläge pro Monat eine Steuerbefreiung vorgesehen (maximal
86 Euro). Sofern eine Abgeltung der Überstunden in Form von Zeitausgleich möglich ist, ist jede Überstunde mit mindestens 1,5 Zeitausgleichsstunden zu kompensieren.

Manche Arbeitgeber vereinbaren mit ihren Mitarbeitern sogenannte Mischvarianten, bei denen der Überstundengrundlohn in Form von Zeitausgleich konsumiert, der Zuschlag selbst aber als zusätzliches Entgelt ausgezahlt wird.

Achtung!

Meint der Arbeitgeber, auch bei dieser „Mischform“ die Zuschläge für die ersten zehn Überstunden im Monat steuerfrei abgelten zu können, so irrt er sich! Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist laut VwGH nämlich, dass die Zuschläge und der Grundlohn ausbezahlt werden! Wird diese Interpretation übersehen, so „freut“ sich der
GPLA-Prüfer.

Wir wissen aus unserer täglichen Beratungspraxis, dass teure Nachforderungen für Mehrarbeit sehr häufig vorkommen. Lassen Sie daher einen Payroll-Check durchführen, um unliebsamen Überraschungen zuvorzukommen!