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Spendenabsetzbarkeit für Kunst- und Kultureinrichtungen ab 1.1.2016

22 März 2016

Mit dem Gemeinnützigkeitsgesetz 2015 wurde der Kreis der steuerlich begünstigten Spendenempfänger auf Körperschaften, die der österreichischen Kunst und Kultur dienende künstlerische Aktivitäten entfalten und durch die öffentliche Hand gefördert werden ausgeweitet. Absetzbar sind ab 1.1.2016 Geld- und Sachspenden an bestimmte Kunst- und Kultureinrichtung, die zum Zeitpunkt der Zuwendung auf der dafür vorgesehenen Liste auf der Homepage des BMF eingetragen sind.

Voraussetzung dafür, dass eine Kunst- und Kultureinrichtung in die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen aufgenommen wird, sind: 

  • Es muss sich um eine österreichische juristische Person des privaten Rechts (AG, GmbH, Verein, Stiftung nach Bundes- oder Landesrecht, kirchliche Stiftung, Privatstiftung, Fonds, Anstalt), eine österreichische Körperschaft des öffentlichen Rechts, einen Betrieb gewerb¬licher Art einer Körperschaft des öffentlichen Rechts oder eine vergleichbare Körperschaft eines EU- bzw. EWR-Staates handeln. 
  • Die Einrichtung muss die Voraussetzungen gemäß den § 34ff BAO erfüllen.
  • Die tatsächliche Geschäftsführung muss der schriftlichen Rechtsgrundlage entsprechen. 
  • Die Einrichtung oder ihre Vorgängerorganisation muss seit mindestens drei Jahren ununterbrochen im Wesentlichen (= mind. 75% der Gesamtressourcen) allgemein zugängliche, der österreichischen Kunst und Kultur dienende Tätigkeiten durchführen.
  • Die Einrichtung erhält Förderungen des Bundes im Sinne des Transparenzdatenbank¬gesetzes 2012, die in der Transparenzdatenbank ersichtlich gemacht sind oder Förderungen eines Landes oder der Bundeshauptstadt Wien, die in der Transparenz¬datenbank ersichtlich gemacht sind. Die Förderungen sind in der Transparenzdatenbank im Tätigkeitsbereich „Kunst und Kultur“ einheitlich kategorisiert. Für den Erstantrag ist erforderlich, dass die Einrichtung in den drei Vorjahren mindestens in zwei Jahren derartige Förderungen erhalten hat. In den Folgejahren muss die Einrichtung innerhalb von zwei Jahren mindestens eine derartige Förderung erhalten. 
  • Die Einrichtung darf nur unentbehrliche (§ 45 Abs. 2 BAO), entbehrliche (§ 45 Abs. 1 BAO) oder begünstigungsschädliche Betriebe mit Umsätzen von jährlich insgesamt höchstens 40.000 Euro (§ 45a BAO) unterhalten und Vermögensverwaltung (§ 47 BAO) betreiben.
  • Die in Zusammenhang mit der Verwendung der Spenden stehenden Verwaltungs¬kosten dürfen 10% der Spendeneinnahmen nicht übersteigen.
  • Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers, dass die oben dargestellten Voraus¬setzungen in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren gegeben waren. 

Der Antrag auf Aufnahme in die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen ist österreichweit beim Finanzamt Wien 1/23 einzubringen. Im Jahr 2016 ist der Antrag auf erstmalige Erteilung der Spendenbegünstigung bis längstens 30. Juni 2016 zu stellen und bis zu diesem Zeitpunkt  auch eine Bestätigungen des Wirtschaftsprüfers über das Vorliegen der erforderlichen Voraussetzungen zu den Abschlussstichtagen der Jahre 2013, 2014 und 2015 vorzulegen.  Die Anerkennung als begünstigte Einrichtung in der Liste spendenbegünstigter Spender ist vom Finanzamt Wien1/23 bis längstens 31. Oktober 2016 zu veröffentlichen. Diese Eintragung entfaltet bereits für Zuwendungen ab dem 1. Jänner 2016 Wirkung.