Splitter
17 September 2019
Antragslose Arbeitnehmerveranlagung 2018
Alle Arbeitnehmer und Pensionisten, die im Jahr 2018 entweder von mehreren Arbeitgebern oder pensionsauszahlenden Stellen Bezüge erhalten haben, oder bei denen ein Alleinverdiener-/Alleinerhalterabsetzbetrag, ein erhöhter Pensionistenabsetzbetrag bzw. Pendlerpauschale zu Unrecht berücksichtigt wurde, müssen bis zum 30.9.2019 eine Arbeitnehmerveranlagung (L1) einreichen.
In jenen Fällen, in denen die Veranlagung eine Gutschrift ergibt, kommt es zu einer antragslosen Veranlagung, die dieser Tage mittels Schreiben der Finanzverwaltung mit dem voraussichtlichen Guthaben den Arbeitnehmern und Pensionisten zugestellt wird. Dabei wurden jene Sonderausgaben berücksichtigt, die dem Finanzamt automatisch übermittelt werden müssen, z.B. Spenden und Kirchenbeitrag. Allerdings hat die Finanzbehörde keinerlei Informationen über weitere Sonderausgaben (z.B. Versicherungsbeiträge, Steuerberatungskosten), mögliche Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen. Daher kann unabhängig von der antragslosen Veranlagung eine Arbeitnehmerveranlagung eingereicht werden.
Abgabenentrichtung via SEPA-Einzug
Seit 1. Juli 2019 besteht für die Einziehung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen die Möglichkeit, ein SEPA-Lastschriftmandat zu erteilen. Voraussetzung ist, dass das Abgabenkonto keinen vollstreckbaren Rückstand ausweist, kein Antrag auf Zahlungserleichterung bzw. auf Aussetzung der Einhebung eingebracht und kein Insolvenz- verfahren über das Vermögen des Abgabepflichtigen eröffnet wurde.
Die Einziehung mittels SEPA-Lastschriftmandat erfolgt dann unabhängig von etwa entstehenden Gutschriften oder vom Bestehen eines allfälligen Guthabens auf dem Abgabenkonto. Der eingezogene Betrag wird jedenfalls für die Abdeckung der fälligen Einkommensteuer-Vorauszahlung verwendet. Sollte diese durch eine zwischen- zeitlich einlangende Gutschrift bereits abgedeckt sein, kann der eingezogene Betrag zur Verrechnung mit anderen fälligen Abgaben verwendet werden.
E-Zustellung – ab 1.1.2020 kommen behördliche Schriftstücke grundsätzlich elektronisch
Das Recht auf elektronischen Verkehr mit Behörden tritt mit 1.1.2020 in Kraft. Unternehmer sind ab kommendem Jahr verpflichtet, daran teilzunehmen. Ausgenommen sind jene Unternehmen, die wegen Unterschreitens der Umsatzgrenze nicht zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet sind. Dies betrifft „Kleinunternehmer“ gem. § 6 Abs. 1 Z 27 UStG mit einem Jahresumsatz von bis zu EUR 30.000. Die gegenständliche Umsatzgrenze soll nach dem Entwurf des „Steuerreformgesetz 2020“, künftig auf EUR 35.000 angehoben werden.
Um die elektronische Zustellmöglichkeit einzurichten, gibt es folgende Möglichkeiten:
- Unternehmer können sich bis 1.12.2019 direkt bei einem Zustelldienst registrieren.
- Sie aktivieren im FinanzOnline die eZustellung und werden automatisch als Teilnehmer der elektronischen Zustellung in das Teilnehmerverzeichnis übernommen. Für die Verständigung muss eine E-Mail-Adresse hinterlegt werden.
- Zudem ist eine Aktivierung für das Unternehmensserviceportal (USP - usp.gv.at) möglich.
Falls das Unternehmen nicht über die notwendigen technischen Voraussetzungen (z.B. Fehlen einer internetfähigen Hardware) verfügt, ist die Teilnahme an der eZustellung ab 1.1.2020 unzumutbar. Privatpersonen können freiwillig an der eZustellung teilnehmen.