Aktuelles:

Tax News 5|2018

25 Oktober 2018

Wegen der Umstellung auf die Zusammenfassung steuerlicher Änderungen in einem Jahressteuergesetz, das bereits im August 2018 veröffentlicht wurde, sind bis Ende des Jahres keine großen steuerlichen Änderungen zu erwarten. In Begutachtung befindet sich derzeit u.a. die vieldiskutierte Organisationsreform der Sozialversicherung, über die wir nach Beschlussfassung berichten werden. Das Hauptaugenmerk in dieser Ausgabe liegt wieder auf der bewährten Checkliste zum Jahresende 2018, mit deren Hilfe Sie nochmals überprüfen sollten, ob Sie alle steuerlichen Möglichkeiten ausgeschöpft haben.

Des Weiteren berichten wir über die Auswirkungen durch die Änderungen der Sterbetafeln auf
die Personalrückstellungen. 

Für den Fall, dass Sie im Herbst einen Österreichurlaub planen, sollten Sie noch bis 1.11.2018 warten. 
Durch die Absenkung der Umsatzsteuer von 13% auf 10% könnte Ihnen eine Buchung zu einem späteren Zeitpunkt billiger kommen.

AKTUELLES
Neue Sterbetafeln für Sozialkapitalrückstellungen
Am 15. August 2018 wurden die neuen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung für die versicherungsmathematische Berechnung von Personalrückstellungen veröffentlicht. Diese lösen die bislang regelmäßig verwendeten Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler ab und sind ab sofort bei der Bilanzierung anzuwenden. Die neuen Rechnungsgrundlagen berücksichtigen die gestiegene Lebenserwartung
sowie die gesunkene Eintrittswahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit seit der letztmaligen Anpassung der Rechnungsgrundlagen.

Pensionsrückstellungen werden durch die Anwendung der neuen Sterbetafeln voraussichtlich zwischen 4% (bei Frauen) und bis zu 8% (bei Männern) ansteigen. Wird die Jubiläumsgeldrückstellung bzw.  Abfertigungsrückstellung auch nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet, ist bei ersterer ebenfalls eine voraussichtliche Erhöhung zwischen 5-8% zu erwarten. Auf die Abfertigungsrückstellung wer-
den sich wegen gegenläufiger Effekte jedoch nur geringe Auswirkungen ergeben.

Vom Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz wurde ein Verordnungsentwurf gem. § 222 Abs 3 UGB versandt („Override-Verordnung“), nach dem der Unterschiedsbetrag aus der erstmaligen Anwendung der neuen Sterbetafeln für die Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellung auf bis zu 5 Jahre verteilt werden kann. Im VO-Entwurf sind eine Ausschüttungssperre für den noch nicht berücksichtigten Unterschiedsbetrag als auch diverse Berichtspflichten im Anhang vorgesehen. Die Verordnung soll mit 1.11.2018 in Kraft treten und auf Geschäftsjahre anwendbar sein, die nach dem 31.12.2017 enden, sofern der Jahresabschluss am Tag nach der Verlautbarung der Verordnung im Bundesgesetzblatt noch nicht festgestellt wurde. Die endgültige Veröffentlichung bleibt abzuwarten.

Die neuen Sterbetafeln werden sich auch auf die steuerliche Pensions- bzw. Jubiläumsgeldrückstellung (sofern diese auch nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet wird) auswirken. Der Anstieg wird aber aufgrund des hier zwingend anzuwendenden Zinssatzes von 6% geringer ausfallen als im Jahresabschluss.
Der Steuergesetzgeber hat aber schon vor Jahren vorgesorgt, damit sich der Umstellungsaufwand nicht sofort steuermindernd auswirkt. Gem. § 14 Abs 13 EStG sind derartige Unterschiedsbeträge grundsätzlich auf 3 Jahre zu verteilen. Bei Berechnung der steuerlichen Rückstellung für aktive Anspruchsberechtigte kann alternativ der Unterschiedsbetrag wie eine Änderung der Pensionszusage auf die Zeit bis zur vorgesehenen
Beendigung der Aktivitätszeit verteilt werden (Rz 3400d EStR).

Wieder 10% Umsatzsteuer auf Beherbergungsleistungen
Ab 1.11.2018 wird der Umsatzsteuersatz für Beherbergungsleistungen wieder auf 10% gesenkt (in der Zeit von 1.5.2016 bis 31.10.2018 betrug dieser bekanntlich 13%). Ist der Preis für ein Frühstück im Beherbergungsentgelt enthalten, so fallen für diesen ebenfalls nur 10% Umsatzsteuer an. Dies hat Auswirkungen auf den Pauschalbetrag für Nächtigungen i.H.v. EUR 15,00. Von diesem Pauschalbetrag können ab 1.11.2018 nur noch EUR 1,36 statt derzeit EUR 1,65 heraus gerechnet werden.

Arbeitsplatznahe Dienstwohnungen
Für arbeitsplatznahe Dienstwohnungen war bis zu einer Größe bis 30m2 kein Sachbezug bzw. bei einer Größe von über 30m2 bis 40m2 ein um 35% verminderter Sachbezug anzusetzen, wenn die rasche Verfügbarkeit des Arbeitnehmers am Arbeitsplatz nach der Natur des Dienstverhältnisses im besonderen Interesse des Arbeitgebers liegt. Aufgrund einer Änderung der Sachbezugswerteverordnung entfällt rückwirkend ab 1.1.2018 diese Voraussetzung. Erforderlich ist daher nur, dass die arbeitsplatznahe Unterkunft (Wohnung, Appartement, Zimmer) nicht den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet.

Familienbonus Plus für im Ausland lebende Kinder
Ab 1.1.2019 steht bekanntlich Steuerpflichtigen der Familienbonus Plus als neuer Absetzbetrag in der Höhe von EUR 1.500 pro Kind und Jahr bis zum 18. Lebensjahr des Kindes zu. Nach dem 18. Geburtstag des Kindes steht ein reduzierter Familienbonus in Höhe von EUR 500 jährlich zu, sofern für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird. Die monatlichen Beträge belaufen sich auf EUR 125 bzw. EUR 41,68.

Der Familienbonus in der gesetzlich vorgesehenen Höhe steht aber nur für Kinder im Inland zu.
Für Kinder im EU/EWR-Raum bzw. in der Schweiz wird der Familienbonus Plus indexiert (erhöht oder vermindert) und damit an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Für Kinder, die in Drittstaaten leben, das heißt außerhalb des EU/EWR-Raums oder der Schweiz, gibt es keinen Familienbonus. Auch die Höhe des Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsatzbetrages sowie des Unterhaltsabsetzbetrages wird für im EU/EWR-Raum bzw. in der Schweiz lebende Kinder indexiert. Die Indexierung dieser Beträge wird ebenso wie die geplante Indexierung der Familienbeihilfe von vielen Experten als EU-rechtlich bedenklich eingestuft.

Im Bundesgesetzblatt wurden nun die Anpassungsfaktoren veröffentlicht, mit denen die gesetzlichen Beträge für im EU/EWR-Raum bzw. in der Schweiz lebende Kinder anzupassen sind. Die höchsten Beträge für den Familienbonus ergeben sich dabei für in der Schweiz lebende Kinder (EUR 190/EUR 63,35), die niedrigsten
Sätze werden für Bulgarien angeführt (EUR 56,25/EUR 18,76).

Vor einigen Tagen wurde im Parlament eine Regierungsvorlage eingebracht, die die Indexierung der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages ab 1.1.2019 vorsieht.