Onboarding – der Beginn einer guten Beziehung

Unser Thema am People Thursday, dem 27. April 2022:


 

Ein Szenario, das vielen Menschen bekannt sein wird: Kurz vorm ersten Arbeitstag im neuen Job, in einem bislang fremden Unternehmen, macht sich Aufregung und Anspannung breit.

Der Arbeitsplatzwechsel kann für manche Menschen eine willkommene neue Herausforderung darstellen. Für andere jedoch dominieren Gedanken rund um das Verlassen der gewohnten Strukturen und die Ungewissheit darüber, was nun auf sie zukommt. In dieser Zeit können Arbeitgeber:innen neue Mitarbeiter:innen gezielt unterstützen „an Bord zu kommen” und haben so die einmalige Chance, das Fundament für eine langjährige Beziehung des Vertrauens aufzubauen. Der Schlüssel dafür heißt „Onboarding“.. Doch was versteckt sich hinter diesem Begriff?

 

Onboarding

Onboarding ist ein dynamischer Prozess, der nicht nur die fachliche Einarbeitung von Neuzugängen sicherstellen möchte, sondern ebenso die Basis für die Beziehung zwischen Mitarbeiter:innen und Unternehmen bildet. Zwischen dem Beginn dieser Integrationszeit, die schon im Moment der Vertragsunterzeichnung ihren Anfang nimmt, und ihrem Ende lassen sich drei Phasen verorten: das Pre-Boarding, die erste Orientierung und die Integration & Einarbeitung.

Oftmals wird das Pre-Boarding in seiner Bedeutsamkeit unterschätzt, denn In der Zeit nach der Vertragsunterzeichnung und vor dem ersten Arbeitstag gilt es, potenzielle Unsicherheiten und Bedenken der neuen Mitarbeiter:innen zu zerstreuen. So halten 81% der HR-Verantwortlichen das Pre-Boarding für essenziell, um die Anfangsfluktuation zu senken.1) Ebenso wesentlich ist es, das bestehende Team auf den baldigen Zuwachs vorzubereiten, da durch neue Mitarbeiter:innen auch innerhalb des Teams Veränderung stattfinden kann.

Die Orientierungsphase, die mit dem ersten Arbeitstag beginnt, ist die Zeit, in der neue Mitarbeiter:innen langsam Team und Räumlichkeiten sowie Kultur und Sprache der bisher fremden Umgebung kennenlernen. Eindrücke der ersten Tage und Wochen bilden den grundlegenden Wahrnehmungsrahmen.

Damit das Onboarding auch langfristig einen positiven Einfluss behält, werden in der dritten Stufe, der Integrations- und Einarbeitungsphase, die Erwartungen des Neuzugangs an Job und Führungskraft spezifiziert, die fachliche Einschulung intensiviert, konstruktive Feedbacks gegeben. Hierbei zeigen sich in der Praxis jedoch eklatante Unterschiede. Beispielsweise fehlen bei mehr als einem Drittel der Unternehmen strukturierte Feedbackgespräche gänzlich.2)

 

Win-win

Doch worin liegt nun das eigentliche Potenzial des Onboardings? Es liegt in der Natur des Menschen, für sich ein soziales Umfeld und Beziehungen aufzubauen, um langfristig glücklich zu sein. Eine Tatsache, die gerade beim Onboarding nicht vergessen werden darf. Vor allem in diesem Punkt zeigt sich Aufholbedarf, misst doch mehr als die Hälfte aller Unternehmen fachlichem und sozialem Onboarding nicht denselben Stellenwert zu.3) Wird jedoch dem sozialen Gefüge angemessen Rechnung getragen, kann die Fluktuation, die meistens unterschätzt wird, in den ersten Arbeitsmonaten wesentlich gesenkt werden.4)  Angesichts des oft betonten Fachkräftemangels wiegt diese Erkenntnis umso schwerer. Ebenso ermöglicht es ein tiefgehender Onboarding-Prozess den Neuankömmlingen, rasch ein festverankerter Teil des Unternehmens zu werden, ein Identitätsgefühl zu entwickeln und sich als Teil des Teams zu verstehen. Dies steigert nicht nur die Motivation der Mitarbeiter:innen, sondern letztendlich auch die Arbeitsqualität.5) Darüber hinaus liegt – abseits von Fluktuation und Leistungssteigerung – ein hoher Wert in einer familiären und vertrauensvollen Arbeitsgemeinschaft.

 

Fazit

Es bedarf Mut auf beiden Seiten, sich auf neue Beziehungen einzulassen sowie Veränderungen zuzulassen, die unweigerlich mit Onboarding verbunden sind. Mitarbeiter:innen richtig an Bord zu holen zeigt sich als nachhaltiger Gewinn, denn mit einem fundierten Onboarding-Prozess wird die Basis für eine Beziehung geschaffen, die lange Bestand hat und eine ertragreiche Zusammenarbeit ermöglicht.

 

 

 

1) Große Potentiale beim Onboarding, Digitalisierung stagniert, Haufe Talent, Jan 2022 

2) Große Potentiale beim Onboarding, Digitalisierung stagniert, Haufe Talent, Jan 2022

3) Große Potentiale beim Onboarding, Digitalisierung stagniert, Haufe Talent, Jan 2022

4) Onboarding im Fokus, Dr. Anastasia Hermann und Patricia Pela, StepStone GmbH, Dez 2018

5) Warum glückliche Mitarbeiter so wichtig sind, Momentive Europe UC,

 



Autor:innen:

Nora Krassnig-Plass 
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