Kennzahlen im Kontext der Haushaltskonsolidierung

Die VRV 2015 stellt für Gemeinden eine gute Basis dar, eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung zu verwirklichen. Die Grundlage der VRV bilden die drei Haushalte: Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalt. Diese beinhalten wesentliche Informationen zur Ertrags-, Liquiditäts- und Finanzierungssicht und ermöglichen die Analyse der Gemeindefinanzen. Kennzahlen können einen wichtigen Wegweiser darstellen, z.B. um Projekte zu steuern, Soll-Ist-Vergleiche darzustellen oder allgemein das Budget zu überwachen.

Im Kontext unserer langjährigen Erfahrung im kommunalen Bereich haben sich drei Kennzahlen aus unterschiedlichen Bereichen für Gemeinden als besonders aussagekräftig erwiesen:

Aufwandsdeckungsgrad: Diese Kennzahl dient als Indikator für Nachhaltigkeit und gibt das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit an. Sie zeigt, wie sehr die ordentlichen Aufwendungen durch die ordentlichen Erträge gedeckt werden und ob in einer bestimmten Periode das Nettovermögen der Gemeinde vermehrt oder verringert wurde. Um ein finanzielles Gleichgewicht sicherzustellen, sollte diese Kennzahl über mehrere Perioden betrachtet nicht unter 100 liegen, da sonst auf Kosten der zukünftigen Generationen gewirtschaftet wird.

Summe der Erträge
Summe der Aufwendungen
x 100

 100 oder leicht darüber
 Unter 100

 

Quote freie Finanzspitze: Diese stellt den Spielraum für neue Investitionen und Projekte nach Deckung laufender Ausgaben und Tilgungspflichten dar. Je höher die freie Finanzspitze, desto besser. Die Kennzahl kann sich möglicherweise über die Jahre verschlechtern, was allerdings nicht per se eine negative Entwicklung widerspiegelt.

Laufende Gebarung - fortdauernde ordentliche Tilgung

Laufende Einnahmen
x 100

 Ab 15%
 0 – 14%
 Unter 0%

 

Dynamischer Verschuldungsgrad: Er eignet sich, um sich die Dimension der Verschuldung und die Schuldentilgungsfähigkeit einer Gemeinde anzusehen. Diese Kennzahl berechnet, wie viele Jahre es dauert, alle Schulden vollständig zu tilgen, wenn der Überschuss der lfd. Gebarung gleich hoch ist und nur für die Tilgung verwendet wird. Da die Kennzahl über die Jahre stark schwanken kann, ist es von Vorteil, die Entwicklung im Zeitverlauf zu interpretieren. Je kleiner der Wert dieser Kennzahl ist, desto schneller kann eine Gemeinde die Schulden tilgen.

Effektivverschuldung

Geldfluss operative Gebarung
x 100

 100 - 500%
 501 - 1.100%
 Über 1.100%

 

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Kommen Sie gerne auf uns zu!

Dr. Peter Pilz berät seit vielen Jahren Gemeinden. DI Dr. CMC Hannes Oberschmid ist Experte für kommunale Haushaltskonsolidierung bei BDO. Gerne stehen wir Ihnen auch telefonisch unter +43 5 70 375 8000  für Ihre Fragen zur Verfügung. 

 

 

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