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Wie das europäische Netzwerk für Unternehmen Türen öffnet

09 Dezember 2020

Im ersten Artikel haben wir unsere Zehenspitzen schon einmal in den europäischen Förderteich und dessen Budget getunkt, nun möchte ich einen Blick darauf werfen, wie man denn an so eine Förderung kommt. Während wir noch gespannt auf die Förderquoten der nächsten Periode warten müssen, gibt es im europäischen Förderbereich dafür ein Schlagwort, das man sich merken muss: Konsortien.

Um an eine EU-Förderung zu kommen, benötigt man in den meisten Fällen ein Ökosystem aus Partnern zur Projektentwicklung, Einreichung und Umsetzung. Was für viele vielleicht als größter Stolperstein bei der Einreichung erscheint, ist in Wahrheit der wahre Goldschatz, den EU-Förderungen zu bieten haben. Nicht die Fördersumme allein sollte das Ziel sein. Der echte Mehrwert liegt im Aufbau eines europäischen Netzwerks, das in seiner Expertise in Forschung und Innovation weltweit ungeschlagen ist.

Die Fakten sprechen für sich: Europa ist weltweit führend bei Forschungsexzellenz und hat eine starke Industrie. Mit nur 7% der Gesamtweltbevölkerung hat Europa 20% der globalen F&E-Ausgaben und rund ein Drittel aller high-quality Publikationen kommen aus Europa. Woran es derzeit mangelt, ist die erfolgreiche Umsetzung der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse am Markt. Gerade da versucht das neue Programm Horizon Europe anzusetzen. Dem Thema widmen wir uns aber ein anderes Mal.

Die gemeinsame Einreichung mit Partnern aus Europa bei einem EU-Call kann jedenfalls der Eintritt in ein Netzwerk sein, das eine Organisation aufs nächste Level hebt und gegenüber Konkurrenten profiliert. Um seinen Fuß in die Tür des europäischen Exzellenz-Netzwerks zu bekommen, muss man nicht immer gleich mit der Teilnahme an einem EU-Call starten. Tatsächlich gibt es zahlreiche Industrievereinigungen auf EU-Ebene, bei denen man Mitglied werden kann, um etliche Vorteile zu genießen. Unter den Horizon-Programmen gibt es Vereinigungen, die eigens für die Vernetzung gewisser Industriesektoren und deren Player errichtet sind. Da diese Gruppen unmittelbar aus der EU heraus erwachsen, haben sie einen direkten Draht und können als Interessenvereinigung neue Gesetze und kommende Fördertöpfe und Themen beeinflussen. In der Zusammenarbeit mit der EU schreiben sie sogar eigene Förder-Calls aus.

Was sind das nun für Vereinigungen, die das Bindeglied zwischen EU und Industrie sind? Grundsätzlich sind das Partnerschaften zwischen der Europäischen Kommission, privaten und/oder öffentlichen Organisationen, die in ihrer Benennung und rechtlichen Ausgestaltung verschiedene Formen annehmen können. Außerdem kommen sie aus den verschiedensten Sektoren. Beispiele wären hier ECSEL, SPIRE oder IMI.

Klingt alles nach einem nicht durchblickbaren Dschungel?

Diese Grafik soll Abhilfe schaffen, und die EU verspricht für Horizon Europe weitere Verbesserungen hinsichtlich Struktur und Anzahl unterschiedlicher Netzwerke. Alle, die neugierig geworden sind und ihre Nase tiefer in das Thema stecken wollen, können das hier tun.

 

Mitglied einer solchen Vereinigung zu werden, hat also gleich doppelten Mehrwert: Erstens hat die eigene Organisation die Möglichkeit bei EU-Entscheidungen mitzuwirken. Zweitens zählt man zu den Ersten, die von kommenden EU-Förderungen erfahren und kann dadurch auch gezielt und mit höherer Erfolgsquote einreichen. Die eigentliche Zusammenarbeit im europäischen Netzwerk beginnt also schon vor einem geförderten Projekt! Aber Achtung: Weniger ist mehr. Um wirklich profitieren zu können, gilt es die Vereinigungen zu finden, die den meisten Mehrwert für einen mit sich bringen.  

Mit kompetenten Konsortien klärt sich also die Fragen nach dem „Wie“ bei EU-Förderungen, aber Industrievereinigungen beantworten die elementarere Frage: Warum?

Ganz einfach: Weil das Netzwerk für sich spricht.


 

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Kontakt Petra Lahofer

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