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Verpflichtende Korrektur des Jahressechstels durch Aufrollung ab 2020

17 Dezember 2019

Die Berechnung des Jahressechstels erfolgt grundsätzlich im Zeitpunkt der Auszahlung eines sonstigen Bezuges mittels Hochrechnung der laufenden Bezüge auf einen voraussichtlichen Jahresbezug. Für die Hochrechnung sind alle laufenden Bezüge, inklusive der mit dem sonstigen Bezug ausgezahlten laufenden Bezüge, heranzuziehen.

Im Zuge des Steuerreformgesetzes 2020 kommt es für Lohnzahlungszeiträumen, die nach dem 31.12.2019 enden, zu folgender Änderung:

Wurde im laufenden Kalenderjahr insgesamt mehr als ein Sechstel der zugeflossenen laufenden Bezüge mit den festen Steuersätzen gemäß § 67 Abs. 1 EStG versteuert, hat der Arbeitgeber bei der Auszahlung des letzten laufenden Bezugs im Kalenderjahr die übersteigenden Beträge durch Aufrollen nach § 67 Abs. 10 EStG mit dem laufenden Lohnsteuertarif zu versteuern.

Somit ist das jeweilige Jahressechstel nicht nur im Zeitpunkt des Zuflusses eines sonstigen Bezuges zu ermitteln. Darüber hinaus ist der Dienstgeber auch verpflichtet, zum Zeitpunkt des Zuflusses des letzten laufenden Bezuges im Kalenderjahr das Jahressechstel und somit die Besteuerung der Bezüge mit dem begünstigten Steuersatz zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Unterjährig bleibt es weiterhin möglich, begünstigende Gestaltungsformen bei der Auszahlung von laufenden und sonstigen Bezügen zu wählen. Diese sind jedoch gegebenenfalls am Jahresende zu korrigieren.

Hat der Dienstgeber während des Jahres mehr als ein Sechstel der im Kalenderjahr zugeflossenen laufenden Bezüge als sonstigen Bezug mit dem besonderen Steuersatz gemäß § 67 Abs. 1 EStG besteuert, hat er den übersteigenden Betrag verpflichtend durch Aufrollen mit dem progressiven Steuersatz zu versteuern.

In Fällen einer Elternkarenz findet diese Regelung keine Anwendung.

Diese Änderung betrifft insbesondere jene Fälle, in denen in der zweiten Jahreshälfte eine Reduktion des Gehaltes (z.B. durch Umstieg auf Teilzeit) stattfindet. Im umgekehrten Fall (nicht ausgenutztes Jahressechstel) ist keine verpflichtende Aufrollung vorgesehen.

Ausschlaggebend für diese Änderung war die aktive Verlagerung der Auszahlung von laufenden und sonstigen Bezügen durch die Formel 7 in die erste Jahreshälfte. Dies führte zu einem Aufbau des Jahressechstels in der ersten Jahreshälfte, das sich in der zweiten Jahreshälfte wieder reduzierte. Eine Anpassung des Jahressechstels am Jahresende entsprechend der tatsächlichen laufenden Bezüge war bis dato nicht vorgesehen.