Digitale Nachfolge in 10 Schritten


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Viele Familienunternehmer:innen spüren, dass die digitale Modernisierung auf der Prioritätenliste immer wieder in den Hintergrund rückt. Wenn Sie diese Herausforderung kennen, seien Sie beruhigt: Sie sind nicht allein. 

Genau hier liegt die gute Nachricht: In jeder Herausforderung steckt ein Lösungsweg, der den Übergang ein Stück leichter macht. Bevor Sie in die konkrete Umsetzung Ihrer digitalen Transformation übergehen, machen Sie sich nochmals bewusst, warum Sie digitale Themen bei der Nachfolge berücksichtigen sollten.
  • Prioritäten verschieben sich und eröffnen neue Chancen 
    • Rechtliche und steuerliche Fragen dominieren verständlicherweise die Vorbereitung. Dadurch rutscht Digitales häufig nach hinten. Gerade nach der Übergabe findet sich der perfekte Zeitpunkt, um Modernisierung gezielt zu starten: Die Erwartungen an Veränderung sind hoch – und die Offenheit im Unternehmen ebenso.
  • Der ROI-Irrtum und die Chance, IT als Wertschöpfung zu begreifen 
    • IT wird oft als Kostenfaktor betrachtet. Dabei ist eine moderne digitale Infrastruktur heute Grundvoraussetzung für Leistungsfähigkeit! Wer IT als Investition für Zukunftsfähigkeit versteht, findet leichter das Budget und die Argumente, eine Transformation möglich zu machen. 
  • Die Budget-Erwartungsschere und die Schaffung realistischer Grundlagen
    • Was früher als IT-Budget ausreichend war, deckt heute kaum noch den laufenden Betrieb. Anforderungen wie Automatisierung, Echtzeitdaten, mobile Zugriffe, KI und weitere Elemente müssen berücksichtigt werden. Sobald das Budget an heutige Bedingungen angepasst wird, entstehen für Sie sofort breitere Handlungsspielräume, mit denen Sie echte Fortschritte erzielen. 
  • Unterschiedliche Sprachen und deren Übersetzung
    • Während die übergebende Generation davon spricht, dass das Unternehmen „läuft“ oder „funktioniert“, thematisiert die übernehmende „technical debt“ und „digitale Ökosysteme“. Zuerst die gute Nachricht: Das ist kein Konflikt, sondern eine Frage der Kommunikation. Mit einer klaren Übersetzung Ihrer Vorstellungen und Erwartungen lassen sich Brücken bauen, die beide Seiten entlasten. 
  • Die internationale Digital-Lücke schließen
    • Viele europäische Märkte haben Österreich im digitalen Feld überholt. Skandinavien, die Niederlande und zunehmend auch Osteuropa haben einen selbstverständlicheren digitalen Zugang zum Business gefunden. Auch das ist ein Vorteil: Wenn Sie heute modernisieren, gelingt es Ihnen, direkt an moderne Standards anzuknüpfen, anstatt mühsame Pionierarbeit zu leisten. Aufholen ist oft leichter, als vorauszugehen.

Was nach einer Liste von Herausforderungen klingt, ist in Wahrheit eine einmalige Chance: Im Generationenwechsel steckt jener seltene Moment, in dem grundlegende Veränderungen nicht nur möglich, sondern erwartet werden. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit!
 

Phase 1: Vorbereitung & Vision

1. Beide Generationen an einen Tisch bringen
  • Gemeinsamer Workshop-Termin (mind. halber Tag)
  • Neutrale Moderation organisieren (intern oder extern)
  • Offene Gesprächsatmosphäre schaffen

2. Zukunftsvision entwickeln (ohne Ist-Zustand-Bremse)
  • Wo wollen wir als Unternehmen in 5 Jahren stehen?
  • Wie soll die Zusammenarbeit mit Kund:innen aussehen?
  • Welche Arbeitsweisen wünschen wir uns für unsere Teams?
  • Dokumentieren: Gemeinsames Zielbild festhalten

3. Digitale Trends im eigenen Markt verstehen
  • Was macht der Wettbewerb digital anders/besser?
  • Welche Erwartungen haben unsere Kund:innen heute und morgen?
  • Wo gibt es internationale Best Practices in unserer Branche?
 

Phase 2: Bestandsaufnahme & Analyse

4. Ehrliche digitale Standortbestimmung
  • Systeme: Welche Software nutzen wir? Wie alt ist diese? Wie integriert ist diese?
  • Prozesse: Was läuft manuell? Wo sind Medienbrüche vorhanden?
  • Daten: Wo liegen welche Informationen? Wie zugänglich sind diese?
  • Skills: Welche digitalen Kompetenzen haben wir im Team?
  • Empfehlung: Externes Assessment für objektiven Blick

5. Gap-Analyse: Vision vs. Realität
  • Wo sind die größten Lücken zwischen Ziel- und Ist-Zustand?
  • Welche Lücken gefährden unmittelbar die Wettbewerbsfähigkeit?
  • Wo befindet sich „technical debt“, der uns langfristig bremst?
  • Dokumentieren: Priorisierte Liste der digitalen Herausforderungen
 

Phase 3: Strategie & Planung

6. Digitale Roadmap entwickeln
  • Quick Wins identifizieren (3-6 Monate, hoher sichtbarer Impact)
  • Mittelfristige Projekte definieren (6-18 Monate)
  • Langfristige Transformation planen (2-5 Jahre)
  • Abhängigkeiten klären: Was muss zuerst passieren?

7. Budget und Ressourcen realistisch planen
  • IT-Budget für laufenden Betrieb vs. Innovation trennen
  • Realistischen Investitionsbedarf über 3-5 Jahre definieren
  • Interne Kapazitäten vs. externe Unterstützung klären
  • Business Case für Top-Prioritäten erstellen

8. Governance und Verantwortlichkeiten festlegen
•    Wer entscheidet über digitale Investitionen?
•    Wie werden beide Generationen eingebunden?
•    Wer steuert die Umsetzung? (interne:r Verantwortliche:r/CIO)
•    Wie oft wird der Fortschritt überprüft?
 

Phase 4: Umsetzung & Verankerung

9. Quick Wins umsetzen und kommunizieren
  • 2-3 erste Projekte starten, die beide Generationen überzeugen
  • Erfolge sichtbar machen – intern und extern
  • Learnings dokumentieren und teilen
  • Momentum für größere Projekte aufbauen

10. Change Management für die gesamte Organisation
  • Mitarbeitende aller Altersgruppen frühzeitig einbinden
  • Schulungen und Support anbieten
  • „Digitale Champions“ in verschiedenen Bereichen aufbauen
  • Erfolge feiern, Widerstände ernst nehmen
  • Digitalisierung als kontinuierlichen Prozess verankern
 

Wichtige Erfolgsfaktoren

  • Gemeinsam statt gegeneinander: Beide Generationen bringen wertvolle Perspektiven ein
  • Vision vor Analyse: Erst träumen, dann Realität prüfen
  • Business vor Technik: Digitalisierung muss Unternehmensziele unterstützen
  • Schnelle Erfolge: Quick Wins schaffen Vertrauen und Momentum
  • Langfristig denken: Digitale Transformation ist kein Projekt, sondern ein Prozess
  • Externe Expertise nutzen: Ein neutraler Blick hilft, blinde Flecken zu erkennen

Sie wünschen sich Unterstützung bei der Umsetzung?
Sehr gerne stehen wir Ihnen zur Seite! BDO Digital Advisory begleitet Familienunternehmen durch alle Phasen der digitalen Transformation – von der Strategieentwicklung über Requirements Engineering bis hin zur Implementierungsbegleitung.


Wieder zu Digitaler Neustart: Generationenwechsel