Beliebte Digitalisierungs-Förderung KMU.DIGITAL ist zurück

Förderung & Forschung

Veröffentlicht: 
Ansprechperson(en): Eva Martischnig
Die Digitalisierungsoffensive des Wirtschaftsministeriums und der Wirtschaftskammer Österreich feiert 2026 ihr Comeback.

Mit 12.1.2026 wurde die Antragstellung für Beratungsleistungen im Rahmen von KMU.DIGITAL sowie KMU.DIGITAL & GREEN wieder geöffnet. Die Initiative des Wirtschaftsministeriums und der Wirtschaftskammer Österreich adressiert damit erneut die digitale Weiterentwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen in Österreich. Anders als kurzfristig angelegte Förderimpulse setzt das Programm auf ein strukturiertes, mehrstufiges Modell, das Analyse, Strategie und Umsetzung systematisch miteinander verzahnt.
 

Förderarchitektur, Zugangsvoraussetzungen und strategische Einordnung

1.    Programmstruktur: Drei Module, zwei Förderschienen

KMU.DIGITAL und KMU.DIGITAL & GREEN fördern sowohl Beratungen zu Digitalisierungsmaßnahmen als auch deren Umsetzung. Die Förderarchitektur ist in 3 Module gegliedert, die grundsätzlich unabhängig voneinander genutzt werden können – mit einer entscheidenden Ausnahme bei der Umsetzungsförderung.
 

Modul 1: Status- und Potenzialanalyse

Dieses Modul dient der strukturierten Standortbestimmung. Analysen sind in 3 Bereichen möglich, darunter 
  • Geschäftsmodelle und Prozesse, 
  • E-Commerce, Online-Marketing und Social Media sowie 
  • IT- und Cyber Security.
Die Förderung beträgt 80% Zuschuss (max. EUR 400 pro Bereich) in jedem der Bereiche.
 

Modul 2: Strategieberatung

Aufbauend auf der Analysephase können vertiefende strategische Konzepte erarbeitet werden. Dieses Modul ist in 4 Bereichen verfügbar: 
  • Strategieberatung von Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen 
  • E-Commerce, Online-Marketing und Social Media 
  • IT- und Cyber Security 
  • Digitale Verwaltung
Die Förderquote liegt hier bei 50% Zuschuss (max. EUR 1000 pro Bereich) in jedem der Bereiche.
 

Modul 3: Umsetzung von Digitalisierungsprojekten

Erst mit diesem Modul erfolgt die operative Realisierung konkreter Maßnahmen. Die Förderung beträgt bis zu 30% der Investitionskosten (max. EUR 6000).
Voraussetzung ist zwingend eine vorangehende und aus den Mitteln von Modul 1 oder Modul 2 geförderte Beratung für das betreffende Digitalisierungsprojekt. Die Antragstellung für die Umsetzungsförderung ist laut Wirtschaftskammer Österreich ab dem zweiten Quartal 2026 vorgesehen.
Das förderfähige Projektvolumen bewegt sich zwischen EUR 2.000 und EUR 30.000, mit einer maximalen Förderhöhe von bis zu EUR 9.000. Bei Themenkombinationen in der Beratungsphase sind bis zu EUR 3.000 Förderung möglich.
Wesentlich ist zudem eine Klarstellung: Projekte, die sich bereits in Umsetzung befinden, sind nicht förderfähig.
 

2.    Inhaltliche Bandbreite: von Prozessdigitalisierung bis Online-Marketing

Gefördert werden sowohl strukturelle als auch marktbezogene Digitalisierungsmaßnahmen. Beispiele sind:
  • Websites, die automatisierte Prozesse und Tasks ermöglichen.
  • Korrespondenzmanager
  • Buchungssysteme (IBE) für Hotellerie und Gastronomie
  • CRM-Systeme
  • Digitale Kampagnen im Performance-Marketing
  • SEO- und Social-Media-Maßnahmen
  • Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Web
 

3.    KMU.DIGITAL & GREEN: Digitalisierung mit ökologischem Bezug

Die zweite Förderschiene, KMU.DIGITAL & GREEN, setzt einen zusätzlichen Akzent: Das jeweilige Digitalisierungsprojekt muss einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Der Fokus liegt auf den Themen Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneinsparung, Mobilität, Beschaffung und Lieferkette, Kommunikation und Strategie sowie betriebsinterne Abläufe. Auch Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Web werden in diesem Kontext berücksichtigt. Interessant: Alle Fördermaßnahmen können zusätzlich zur „klassischen“ Förderschiene von KMU.DIGITAL in Anspruch genommen werden.
 

4.    Administratives: Wer kann Anträge stellen?

Antragsberechtigt sind Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen in Österreich, einschließlich freier Berufe. Nicht förderfähig sind jedoch:
  • Betriebe aus Land- und Forstwirtschaft
  • Fischerei und Aquakultur
  • Gemeinnützige Vereine
  • Gebietskörperschaften
  • Unternehmen mit rein digitalen Geschäftsmodellen als Kerngeschäft
Die Antragstellung für die Module Status- und Potenzialanalyse sowie Strategieberatung ist seit dem 12.1.2026 möglich – solange Budgetmittel verfügbar sind. Für Unternehmen ergibt sich daraus die zeitliche Logik: Wer im zweiten Quartal 2026 eine Umsetzungsförderung beantragen möchte, muss frühzeitig die Analysephase initiieren. Die Förderstruktur erzwingt damit eine systematische Vorbereitung und verhindert isolierte Einzelinvestitionen ohne vorgelagerte Evaluierung.
 

5.    Schlussbetrachtung

Seit Jänner 2026 steht KMU.DIGITAL erneut als finanzielle und konzeptionelle Unterstützung für Digitalisierungsprojekte bereit. Die Konzeption von KMU.DIGITAL folgt einem sequenziellen Prinzip: i) Erkennen (Status- und Potenzialanalyse), ii) Konzipieren (Strategieberatung) sowie iii) Realisieren (Umsetzung). Mit dieser dreistufigen Architektur bietet das Programm die Möglichkeit, Digitalisierungsprojekte professionell zu planen und umzusetzen.

Ansprechperson(en)

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