Das österreichische Doppelbudget 2027/2028 setzt den Kurs der Budgetkonsolidierung fort. Für Unternehmen entsteht dadurch eine selektivere und kompetitivere Förderlandschaft. Eva Martischnig und ihr Team haben sich angesehen, wie sich die Budgetkonsolidierung auf die einzelnen Förderthemen auswirkt.
Mit dem Doppelbudget 2027/2028 verfolgt die Bundesregierung das Ziel, das Maastricht-Defizit bis 2028 wieder auf 3% des BIP zu senken. Die budgetären Eckwerte zeigen den Konsolidierungsdruck deutlich. Für Fördernehmer:innen ist daran vor allem eines relevant: Die Einsparungen gehen deutlich über die Reduktionen hinaus, die die Förder-Taskforce der Bundesregierung noch Anfang März angekündigt hatte. Neben Kürzungen bedeutet das für Unternehmen insbesondere eine stärkere Orientierung an der Standortpolitik.
Mehr Kürzungen bei Klimaförderprogrammen
Das Doppelbudget macht ausdrücklich klar, dass ab 2028 Maßnahmen im Bereich „klimaschädliche Förderungen“ umgesetzt werden sollen. Für das Jahr 2028 wird dafür ein Konsolidierungsbeitrag von EUR 190 Mio. ausgewiesen. Gleichzeitig sinken jedoch schon ab 2027 die Mittel für Klimaförderungen um ca. 30%. Laut Budgetbericht reduzieren sich die verfügbaren Mittel von EUR 1,37 Mrd. in 2026 auf EUR 965,1 Mio. für das Jahr 2027. Besonders betroffen sind einzelne von der KPC abgewickelte Umwelt-Förderprogramme. Dazu gehören die Sanierungsoffensive, „Sauber Heizen für Alle“, die Umweltförderung Inland/Fernwärme sowie Förderungen für die Kreislaufwirtschaft und Geräte-Retter-Programme. Sie alle sind von teils deutlichen Rückgängen gegenüber 2026 betroffen. Allein die Kürzungen im Umweltbereich dürften damit weit über die im März im Rahmen des Berichts der Förder-Taskforce angekündigten Einsparungen hinausgehen.
Die Mittel für den Klima- und Energiefonds sollen in den kommenden beiden Jahren weiter reduziert werden, einzelne Förderprogramme bleiben jedoch erhalten. Insbesondere die Klima- und Energie-Modellregionen sowie die Klimawandel-Anpassungsmodellregionen sind lt. Bundesregierung bis 2031 abgesichert: Hierfür stehen EUR 22 Mio. pro Jahr bereit, zusätzlich können 2027 und 2028 weitere EUR 10 Mio. an Förderungen zugesagt werden, etwa für die Klimaforschung.
Für Unternehmen bedeutet das: Gute umweltrelevante Projektideen werden künftig noch klarer begründen müssen, welchen Beitrag sie zu Dekarbonisierung, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit oder Resilienz leisten.
Für die Industrie sind vor allem die standortpolitischen Maßnahmen relevant. Im Doppelbudget abgebildet sind die bereits angekündigte Einführung eines Industriestrompreises sowie die Verlängerung des Standortabsicherungsgesetzes, um die Energiekosten für die Industrie auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Zusätzliche Mittel stehen auch für die aktive Arbeitsmarktpolitik – also insbesondere für Personalförderungen – zur Verfügung.
Damit zeigt sich ein differenziertes Bild: Nicht jede Förderung wird gekürzt. Vielmehr verschieben sich die finanziellen Mittel und die politische Aufmerksamkeit in Richtung Standortabsicherung, Energie und Arbeitsmarkt.
Besonders wichtig sind künftig folgende Punkte:
Am Weg zum Fördererfolg zählt für Unternehmen also eine strukturierte Vorbereitung, die Integration von Förderungen in die Geschäftsprozesse sowie ein aktueller Überblick über die verfügbaren Mittel in der Förderlandschaft. Die Förderexpert:innen der BDO stehen Ihnen für Nachfragen dabei gerne zur Seite.
Mit dem Doppelbudget 2027/2028 verfolgt die Bundesregierung das Ziel, das Maastricht-Defizit bis 2028 wieder auf 3% des BIP zu senken. Die budgetären Eckwerte zeigen den Konsolidierungsdruck deutlich. Für Fördernehmer:innen ist daran vor allem eines relevant: Die Einsparungen gehen deutlich über die Reduktionen hinaus, die die Förder-Taskforce der Bundesregierung noch Anfang März angekündigt hatte. Neben Kürzungen bedeutet das für Unternehmen insbesondere eine stärkere Orientierung an der Standortpolitik.
Mehr Kürzungen bei Klimaförderprogrammen
als bei klimaschädlichen Förderungen
Das Doppelbudget macht ausdrücklich klar, dass ab 2028 Maßnahmen im Bereich „klimaschädliche Förderungen“ umgesetzt werden sollen. Für das Jahr 2028 wird dafür ein Konsolidierungsbeitrag von EUR 190 Mio. ausgewiesen. Gleichzeitig sinken jedoch schon ab 2027 die Mittel für Klimaförderungen um ca. 30%. Laut Budgetbericht reduzieren sich die verfügbaren Mittel von EUR 1,37 Mrd. in 2026 auf EUR 965,1 Mio. für das Jahr 2027. Besonders betroffen sind einzelne von der KPC abgewickelte Umwelt-Förderprogramme. Dazu gehören die Sanierungsoffensive, „Sauber Heizen für Alle“, die Umweltförderung Inland/Fernwärme sowie Förderungen für die Kreislaufwirtschaft und Geräte-Retter-Programme. Sie alle sind von teils deutlichen Rückgängen gegenüber 2026 betroffen. Allein die Kürzungen im Umweltbereich dürften damit weit über die im März im Rahmen des Berichts der Förder-Taskforce angekündigten Einsparungen hinausgehen.Die Mittel für den Klima- und Energiefonds sollen in den kommenden beiden Jahren weiter reduziert werden, einzelne Förderprogramme bleiben jedoch erhalten. Insbesondere die Klima- und Energie-Modellregionen sowie die Klimawandel-Anpassungsmodellregionen sind lt. Bundesregierung bis 2031 abgesichert: Hierfür stehen EUR 22 Mio. pro Jahr bereit, zusätzlich können 2027 und 2028 weitere EUR 10 Mio. an Förderungen zugesagt werden, etwa für die Klimaforschung.
Für Unternehmen bedeutet das: Gute umweltrelevante Projektideen werden künftig noch klarer begründen müssen, welchen Beitrag sie zu Dekarbonisierung, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit oder Resilienz leisten.
Gleichzeitig bleiben gezielte Zukunftsinvestitionen erhalten
Das Doppelbudget ist jedoch nicht ausschließlich ein Sparbudget. Neben den Konsolidierungsmaßnahmen sind auch gezielte Offensivmaßnahmen geplant.Für die Industrie sind vor allem die standortpolitischen Maßnahmen relevant. Im Doppelbudget abgebildet sind die bereits angekündigte Einführung eines Industriestrompreises sowie die Verlängerung des Standortabsicherungsgesetzes, um die Energiekosten für die Industrie auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Zusätzliche Mittel stehen auch für die aktive Arbeitsmarktpolitik – also insbesondere für Personalförderungen – zur Verfügung.
Damit zeigt sich ein differenziertes Bild: Nicht jede Förderung wird gekürzt. Vielmehr verschieben sich die finanziellen Mittel und die politische Aufmerksamkeit in Richtung Standortabsicherung, Energie und Arbeitsmarkt.
Forschung und Innovation bleiben strategisch wichtig – aber nicht unberührt
Auch Forschung, Technologie und Innovation bleiben in der budgetpolitischen Argumentation zentral. In seiner Budgetrede nannte Finanzminister Marterbauer Digitalisierung, Forschung und Innovation ausdrücklich als Hebel zur Steigerung der Produktivität. Gleichzeitig stehen laut Doppelbudget nicht durchgehend mehr Mittel zur Verfügung. Die Budgets für Wirtschaft und Forschung steigen 2027 zwar leicht auf EUR 223,7 Mio., sinken 2028 aber wieder auf EUR 218,6 Mio.; die Budgets für Forschung und Innovation sinken gar über alle Jahre (von EUR 625,1 Mio. im Jahr 2026 auf EUR 603,5 Mio. 2027 und EUR 590,9 Mio. 2028).Was Unternehmen jetzt tun sollten
Für Unternehmen ergibt sich aus dem Doppelbudget 2027/2028 ein klarer Handlungsauftrag: Förderstrategien sollten nicht mehr nur an einzelnen Calls ausgerichtet werden. Entscheidend wird eine vorausschauende Roadmap, die geplante Investitionen, F&E-Projekte und Transformationsvorhaben mit den budgetären und politischen Prioritäten verbindet.Besonders wichtig sind künftig folgende Punkte:
- Projektideen müssen stärker auf Wirkung ausgerichtet werden. Der Beitrag zu Wettbewerbsfähigkeit, Energieeffizienz, Dekarbonisierung, Digitalisierung oder Resilienz sollte früh und sauber herausgearbeitet werden. Die interne Dokumentation wird zum Wettbewerbsfaktor.
- Timing wird wichtiger. Wenn Förderbudgets selektiver werden, ist eine frühe Vorbereitung entscheidend – insbesondere bei komplexen Industrieprojekten mit Investitions-, Genehmigungs- oder Konsortialbezug.
- Unternehmen sollten Förderquellen breiter denken. Bundesförderungen bleiben wichtig, aber je nach Projekt können EU-Programme, Länderförderungen oder geförderte Finanzierungsmodelle an Bedeutung gewinnen.
Am Weg zum Fördererfolg zählt für Unternehmen also eine strukturierte Vorbereitung, die Integration von Förderungen in die Geschäftsprozesse sowie ein aktueller Überblick über die verfügbaren Mittel in der Förderlandschaft. Die Förderexpert:innen der BDO stehen Ihnen für Nachfragen dabei gerne zur Seite.
