Die Bundesregierung hat am 16.9.2026 die Eckpunkte für den neuen Industriestrompreis und die Weiterentwicklung des Standortabsicherungsgesetzes zu „SAG+“ konkretisiert. Ab 2027 sollen dafür insgesamt EUR 250 Mio. jährlich zur Verfügung stehen. Das ist mehr als dreimal so viel wie bisher im SAG. Gleichzeitig wird der Kreis der begünstigten Unternehmen deutlich erweitert. Die konkrete Ausgestaltung der gesetzlichen Details und Förderrichtlinien ist allerdings noch offen.
Auch die Reinvestitionsverpflichtung soll sinken: Statt bisher 80% sollen künftig nur noch 50% der Förderung wieder investiert werden müssen. Vorgesehen sind vor allem Investitionen in Energieeffizienz, Elektrifizierung, Dekarbonisierung und klimafreundliche Produktion.
Der Industriestrompreis soll bis zu 50% des Stromverbrauchs erfassen. Für diesen Anteil sollen die Stromkosten bis zur Untergrenze von 5 Cent/kWh, die durch die EU-Leitlinien vorgesehen ist, reduziert werden können. Darüber hinaus wurde auch ein Energiepreis-Krisenmechanismus angekündigt, der im Krisenfall direkt auf der Stromrechnung greifen soll.
Einreichungen für stromintensive Unternehmen im Rahmen des SAG sind für das Kalenderjahr 2025 noch bis 30.9.2026 und für das Kalenderjahr 2026 bis 30.6.2027 möglich.
Quellen:
1. Bundeskanzleramt Österreich, Bundesregierung sorgt für günstigen Strom für Unternehmen und Haushalte, https://services.bundeskanzleramt.gv.at/newsletter/bka-medien-newsletter/innenpolitik/bka-medieninformation-16-09-2026.html (abgefragt am 21.9.2026).
2. Austria Wirtschaftsservice (aws), Standortabsicherung für Industrie 2025, SAG 2025, https://www.aws.at/standortabsicherung-fuer-industrie (abgefragt am 21.9.2026).
3. Die Presse, Regierung deckelt Strompreis für den Krisenfall, https://www.diepresse.com/41267593/regierung-bringt-strompreisdeckel-auf-den-weg (abgefragt am 21.9.2026).
Was ändert sich gegenüber dem bisherigen SAG?
Das heuer eingeführte Standortabsicherungsgesetz kompensiert einen Teil der indirekten CO₂-Kosten besonders stromintensiver Unternehmen. Für 2025 und 2026 stehen dafür jeweils maximal EUR 75 Mio. bei einer Reinvestitionsverpflichtung von 80% der Förderung zur Verfügung. Mit dem SAG+ soll das SAG für die Jahre ab 2027 weiterentwickelt und durch den neuen Industriestrompreis (ISP) ergänzt werden. Insgesamt sind dafür für die Jahre 2027 bis 2029 jährlich EUR 250 Mio. vorgesehen: EUR 175 Mio. für SAG+ und EUR 75 Mio. für den Industriestrompreis. Damit steigt das gesamte jährliche Fördervolumen zur Entlastung hoher Strompreise auf mehr als das Dreifache.Auch die Reinvestitionsverpflichtung soll sinken: Statt bisher 80% sollen künftig nur noch 50% der Förderung wieder investiert werden müssen. Vorgesehen sind vor allem Investitionen in Energieeffizienz, Elektrifizierung, Dekarbonisierung und klimafreundliche Produktion.
Wer profitiert künftig von SAG+ und Industriestrompreis?
Mit SAG+ soll sich, nach Angaben der Bundesregierung, der Kreis der anspruchsberechtigten Unternehmen von derzeit rund 60 auf etwa 120 Betriebe verdoppeln. Zusätzlich soll der neue Industriestrompreis rund 400 weitere energieintensive Unternehmen und Zulieferer erreichen. Insgesamt sollen damit künftig mehr als 500 Betriebe unterstützt werden, insbesondere zusätzliche Branchen aus der Lebensmittel-, Holz-, Pharma-, Kunststoff-, Glas-, Keramik-, Metall-, Elektronik-, Halbleiter-, Batterie- und Düngemittelindustrie. Welche Unternehmen konkret neu förderfähig sein werden, ist derzeit noch nicht bekannt.Der Industriestrompreis soll bis zu 50% des Stromverbrauchs erfassen. Für diesen Anteil sollen die Stromkosten bis zur Untergrenze von 5 Cent/kWh, die durch die EU-Leitlinien vorgesehen ist, reduziert werden können. Darüber hinaus wurde auch ein Energiepreis-Krisenmechanismus angekündigt, der im Krisenfall direkt auf der Stromrechnung greifen soll.
Welche Bedingungen gelten für die Förderung?
Neben der Reinvestitionsverpflichtung ist für größere Förderfälle eine Arbeitsplatzregelung vorgesehen. Ab einer Förderung von EUR 2 Mio. pro Unternehmen und Jahr sollen grundsätzlich mindestens 90% des Personalstands erhalten bleiben, damit die Förderung vollständig gewährt wird. Ausnahmen aus ökonomischen Gründen sind bei Zustimmung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer:innenvertretungen vorgesehen.Ab wann ist eine Antragstellung möglich?
Eine Antragstellung für das neu angekündigte SAG+ sowie den Industriestrompreis für Kalenderjahre ab 2027 wird erst im Nachhinein im Jahr 2028 möglich sein. Die Gesetzesentwürfe sollen nun in Begutachtung gehen und noch 2026 parlamentarisch beschlossen werden. Erst danach sind die konkreten Förderrichtlinien, Antragsfristen und Abwicklungsmodalitäten zu erwarten, die den genauen Kreis der Antragsberechtigten, die Berechnung der Förderhöhe und nötige Nachweise festlegen werden.Einreichungen für stromintensive Unternehmen im Rahmen des SAG sind für das Kalenderjahr 2025 noch bis 30.9.2026 und für das Kalenderjahr 2026 bis 30.6.2027 möglich.
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Mit SAG+ und Industriestrompreis wird die Stromkostenförderung für energieintensive Unternehmen ab 2027 deutlich ausgeweitet: Das jährliche Fördervolumen steigt von EUR 75 Mio. auf EUR 250 Mio., die Zahl der potenziell geförderten Unternehmen von rund 60 auf mehr als 500, und die Reinvestitionsverpflichtung soll von 80% auf 50% sinken. Unser BDO Funding Team rund um Eva Martischnig berät Sie gerne zur Antragsberechtigung Ihres Unternehmens und unterstützt bei der Fördereinreichung. Die BDO Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen unterstützen Sie bei den für die Einreichung nötigen Prüfungsleistungen.Quellen:
1. Bundeskanzleramt Österreich, Bundesregierung sorgt für günstigen Strom für Unternehmen und Haushalte, https://services.bundeskanzleramt.gv.at/newsletter/bka-medien-newsletter/innenpolitik/bka-medieninformation-16-09-2026.html (abgefragt am 21.9.2026).
2. Austria Wirtschaftsservice (aws), Standortabsicherung für Industrie 2025, SAG 2025, https://www.aws.at/standortabsicherung-fuer-industrie (abgefragt am 21.9.2026).
3. Die Presse, Regierung deckelt Strompreis für den Krisenfall, https://www.diepresse.com/41267593/regierung-bringt-strompreisdeckel-auf-den-weg (abgefragt am 21.9.2026).
