RÄG 2014

30 September 2016

Mit dem Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 (RÄG 2104) wurde die EU-Bilanzrichtlinie (2013/34/EU) in nationales Recht umgesetzt. Durch die Modernisierung des Bilanzrechts ergeben sich erhebliche Änderungen für den Jahresabschluss 2016. Mit den neuen Regelungen werden unter anderem nationale Bilanzierungsvorschriften an internationale Standards (IFRS) als auch an Bewertungen im Steuerrecht herangeführt. Doch die Herausforderungen stecken im Detail.

Das RÄG 2014 wird erstmals für Abschlüsse mit Regelbilanzstichtag 31. Dezember 2016 schlagend. Die Auswirkungen der neuen Vorschriften auf den Jahresabschluss 2016 können beachtlich sein und sind individuell zu analysieren. Da spätestens jetzt Handlungsbedarf besteht, luden die Partnerinnen und Partner der BDO zur Informationsveranstaltung „RÄG 2014 FINAL COUNTDOWN“ am 28.09.2016 ein.

Die BDO Experten, Berndt Zinnöcker, Daniela Heilinger und Gerhard Fremgen präsentierten in einer spannenden Conference die wichtigsten Fragen zu diesem Thema:

Welche Folgen haben die Änderung von Bewertungs- und Ansatzregelungen sowie der neuen Begriffsdefinitionen auf Bilanzkennzahlen, welche sind beispielsweise für Kreditverträge und Prämienvereinbarungen relevant?

Daniela Heilinger: „Kernstücke der neuen Vorschriften sind die neuen Regelungen zur Bilanzierung von Rückstellungen und bei mittelgroßen und großen Gesellschaften die nunmehr verpflichtende Aktivierung der aktiven latenten Steuern. Etwaige Differenzbeträge zur bisherigen Bilanzierungspraxis können wahlweise im Jahr 2016 zur Gänze erfolgswirksam erfasst oder auf längstens fünf Jahre verteilt im Jahresabschluss berücksichtig werden.“

Die wichtigsten Fragen zum RÄG 2014 hatten die BDO Experten kompakt & konkret für die zahlreich erschienenen Gäste zusammengefasst. Wie werden künftig die Umsatzerlöse definiert? Warum waren österreichische Abschlüsse nicht international vergleichbar? Welche Änderungen ergeben sich bei den latenten Steuern? Welche Änderungen gibt es bei den Rückstellungen? Wie erfolgt die Übergangsbilanzierung in 2016?

„All das klingt schon kompliziert, es sind aber noch einige Details mehr, insbesondere im Bereich der Personalrückstellungen, zu beachten: Da durch das Heranziehen eines Nominalzinssatzes zukünftige Gehaltssteigerungen nicht mehr implizit im Zinssatz berücksichtigt werden, müssen diese bei der Berechnung der Rückstellungen gesondert beachtet werden. Dabei sind neben den kollektivvertraglichen Erhöhungen auch übliche Gehaltssprünge und Karriereverläufe zu berücksichtigen. Zudem sind Fluktuationsabschläge nur noch zu berücksichtigen, wenn geeignete und verlässliche Informationen vorhanden sind“, so Gerhard Fremgen.

Unter den Gästen gesichtet:

MMag. Katharina Berger, Geschäftsführerin BCautio Sicherheit & Beratung GmbH, Mag. Wolfgang Feichtinger, CFO PSA Payment Services Austria GmbH, Erwin Hofer, Geschäftsführer Ing. HOFER Dachfachmarkt, Holzhandel- und Transporte Ges.m.b.H., Mag. Wolfgang Leitner, Leiter Controlling Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H., Mag. Wolf-Dietrich Schneeweiss, Geschäftsführer Immobilienkanzlei Schneeweiss, Cornelia Weiser, CFO Klingerpark GmbH, Mag. Hans Winkler, Leiter Rechnungswesen Johann Kattus GmbH