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Risikomanagement in einer vernetzten Welt

07 August 2017

Die Verlockung und damit auch die Gefahr ist groß, ein nicht quantifizierbares Unternehmensrisiko zu ignorieren. Zu komplex und undurchschaubar erscheinen die Vielzahl an potentiellen Risiken. Doch gerade die sozialen Medien haben die Sprengkraft, ein an sich weitgehend unbeachtliches oder harmloses Ereignis in eine veritable Unternehmenskrise zu verwandeln.

Der Begriff ‚Black Swan‘ gewann nach dem Subprime-Kollaps und der Weltwirtschaftskrise an Bedeutung. Nassim Nicholas Taleb versteht unter ‚Black Swan‘ ein folgenreiches, aber unwahrscheinliches Ereignis, das nur rückblickend leicht erklärbar ist. Taleb meint aber auch, dass folgenreiche ‚Black Swans’ umso wahr-scheinlicher werden, je vernetzter die Welt ist.

Risiken werden immer komplexer, sodass ‚Black Swan‘ Ereignisse immer häufiger unbestimmbaren Katastrophen entspringen. Die Risikowahrnehmung ist von verschiedenen Faktoren abhängig und oft im Hinblick auf das tatsächliche Risiko verzerrt. Zum Beispiel ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Meteorit auf eine Stadt fällt etwa gleich hoch wie ein Lottogewinn. Allerding neigen Menschen eher dazu Lotto zu spielen, als sich über einen Meteoriten zu sorgen.

Nicht die schlechte Behandlung eines Flugpassagiers wird als ‚Black Swan‘ Ereignis verstanden, sondern die Folgen nach dem Hinauswurf eines Mannes aus einem überbuchten Flugzeug. Dieses Ereignis allein verminderte den Wert des betroffenen Unternehmens um eine Milliarde US-Dollar.

Unternehmen müssen ihr Risikomanagement regelmäßig evaluieren, um zu verhindern, dass sich negative Publicity in eine veritable Krise auswachsen kann. Sie benötigen dafür ein robustes Krisenmanagement und vor allem eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit, damit unerwartete Risiken nicht eskalieren.

Der Bericht ‚Roads of Resilience‘ der Cranfield School of Management betrachtet verschiedene Mittel, die ein Unternehmen benötigt, um auf Herausforderungen schnell zu reagieren. Betont wird, dass die Organisations-kultur möglichst so aufgebaut sein sollte, dass relevante Informationen rasch und ungefiltert nach oben kommuniziert werden können, sodass auf Führungs- und Entscheidungsebene niemand im Unklaren gelassen wird.

Eine rasche und durchdachte Antwort auf externe Ereignisse kann eine echte Krise noch verhindern oder bietet sogar eine Chance. Dabei trägt das Management eine wichtige kommunikative Verantwortung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Anteilnahme von Richard Branson nach dem Zugunglück eines Virgin Zuges oder das Krisenmanagement von Niki Lauda nach dem Absturz eines seiner Flugzeuge.

Unternehmen, die bereit sind, ihr Risikomanagement weiterzuentwickeln, werden unvorhersehbare Ereignisse und Krisen als Möglichkeit kennenlernen, sich zu verändern und gestärkt in die Zukunft zu blicken. Diese Veränderungsbereitschaft und das ständige Lernen sind unerlässliche Erfolgsfaktoren für den langfristigen Erfolg und die Stärke von Unternehmen gerade im ‚Social-Media‘ Zeitalter.  

 

Für Fragen im Zusammenhang mit Risikomanagement steht Ihnen unser Partner, Markus Trettnak, gerne zur Verfügung.