Newsletter:

Kfz-Kosten bei Ärzten

09 April 2019

Im Steuerrecht genießen Aufwendungen in Zusammenhang mit PKW, aufgrund vieler Spezifika, eine Sonderstellung.

Die steuerliche Mindestnutzungsdauer für PKW beträgt acht Jahre. Die jährliche Absetzung für Abnutzung (AfA) kann steuerlich als Betriebsausgabe abgesetzt werden und errechnet sich aus den steuerlichen Anschaffungskosten dividiert durch die Restnutzungsdauer. Die Angemessenheitsgrenze („Luxustangente“) von Aufwendungen im Zusammenhang mit PKW beträgt EUR 40.000. Bei einem „Luxus“- PKW sind daher wertabhängige Aufwendungen (z.B. Kaskoversicherung, Zinsen, etc.) entsprechend zu kürzen. Von der Höhe der Anschaffungskosten unabhängige Ausgaben können ohne Beschränkung geltend gemacht werden (z.B. Treibstoff, Reparaturen, Waschen, etc.).

Bei angestellten Ärzten werden Fahrten zwischen Wohnung und Dienstort in Form eines Verkehrsabsetzbetrags sowie gegebenenfalls der Pendlerpauschale berücksichtigt, auch wenn die tatsächlichen Kosten (z.B. in Form von Kilometergeldern) höher wären. Aufwendungen für die berufliche Nutzung des Kfz im Rahmen eines Dienstverhältnisses werden in der Regel durch das Kilometergeld steuerlich berücksichtigt. Kilometergelder, die vom Dienstgeber nicht vergütet werden, können grundsätzlich als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Besteht für den angestellten Arzt die Möglichkeit, ein Kfz des Dienstgebers auch für private Zwecke zu nutzen, liegt ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor, der die Bemessungsgrundlage für Lohnsteuer, SV-Beiträge und Lohnnebenkosten erhöht – es ist ein Sachbezug anzusetzen. Die Höhe des Sachbezugs ist abhängig vom CO2-Emissionswert.

Fahrten selbständiger Ärzte zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind grundsätzlich betrieblich veranlasst. Wird der PKW auch privat genutzt, muss ein Privatanteil von den Aufwendungen herausgerechnet werden. Die Ermittlung der privat gefahrenen Kilometer erfolgt entweder durch die Führung eines Fahrtenbuchs oder durch den Ansatz eines Sachbezugs.

Die Führung eines Fahrtenbuchs ist empfehlenswert, aber nicht vorgeschrieben. Bei Meinungsverschiedenheiten mit der Finanzverwaltung kann dieses jedoch von wesentlicher Bedeutung sein. Im Fahrtenbuch müssen laut BMF-Erlass Datum, Anzahl der gefahrenen Kilometer, Kilometerstand, Ausgangs- und Zielpunkt sowie Zweck jeder einzelnen betrieblichen Fahrt angeführt werden. Die Führung eines Fahrtenbuchs stellt für viele Ärzte eine Belastung dar, sodass sie auf einen solchen Nachweis verzichten. In solchen Fällen kann trotzdem eine rechnerische Ermittlung des Betriebsanteils in Form der „Glaubhaftmachung“ erfolgen. Dieser Nachweis wird, auch wenn er weniger exakt ist, in vielen Fällen von der Finanzverwaltung akzeptiert.

Die Glaubhaftmachung wird nicht durch die betriebliche Fahrtstrecke eines Jahres, sondern in Form einer Durchschnittsberechnung aus der üblichen täglichen betrieblichen Fahrtstrecke ermittelt.

Grundsätzlich gibt es keinen Vorsteuer-Abzug für PKW. Die Kfz-Nebenkosten für den laufenden Betrieb (Treibstoff, Garagierung, Service, Reparatur etc.) sind ebenfalls nicht vorsteuerabzugsfähig. Die Ausnahme bilden PKW, die in der Liste der vorsteuerabzugsberechtigten Kfz des BMF angeführt werden. Dabei muss auf die USt-Pflicht des Eigenverbrauchs von vorsteuerabzugsberechtigten Kfz und die USt-Pflicht des Sachbezugs beachtet werden. Beim Arzt ist aufgrund der unechten Steuerbefreiungen in der Regel kein Vorsteuerabzug möglich.