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ESMA Statement für Halbjahresabschlüsse börsenotierter Unternehmen

29 Mai 2020

In ihrem Statement vom 20.5.2020 hat die ESMA ihre Erwartungshaltung in Bezug auf die Finanzberichterstattung vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Krise dargelegt.

Konkret stellen sich diese wie folgt dar:

  • Adäquate Berücksichtigung und Angaben über aktuelle und erwartete Auswirkungen der Covid-19-Krise
    • Für Unternehmen bzw. Branchen, die von Covid-19 stark betroffen sind, erwartet die ESMA nicht nur die Offenlegung erheblicher Going Concern Unsicherheiten, sondern auch alle dafür relevanten Ermessensentscheidungen (z.B. Wahrscheinlichkeit und Höhe von notwendigen Unterstützungsmaßnahmen und Finanzierungen).
    • Es sind angemessene Informationen über Verfügbarkeit, Voraussetzungen, Ermessen und Auswirkungen von (staatlichen) Unterstützungsmaßnahmen (z.B. IAS 20 Zuschüsse, IAS 12 Ertragsteuern, IFRS 16 Mietzugeständnisse) anzugeben.
    • Für den Wertminderungstest gem. IAS 36 sind sorgfältige Analysen der Planungsauswirkungen unter Berücksichtigung und Gewichtung verschiedener Szenarien auf Basis fundierter, realistischer Annahmen und Erwartungen notwendig. Die ESMA weist auf die Nutzung der vereinfachter Berechnung gem. IAS 36.23 hin.
    • Erläuterungen zu den Auswirkungen auf die Bilanzierung von latenten Steuern (IAS 12), den Fair-Value-Bewertungen (IFRS 13), Auswirkungen von Mitzugeständnissen (IFRS 16), Drohverlustrückstellungen (IAS 37) und Finanzierungsrisiken (IFRS 7, z.B. Covenants)
    • Angaben von Risiken möglicher notwendiger Buchwertanpassungen von Vermögenswerten und Schulden gem. IAS 1.125 sowie von Schätzungsunsicherheiten und Sensitivitätsanalysen gem. IAS 1.122 bzw. IAS 36.134
    • Erweiterter Umfang der Notes-Angaben: Angaben, die sonst nur im Jahres- und/oder Konzernabschluss zu machen sind (IAS 34.15-15C), bzw. zusätzliche Angaben über Einzelstandards hinaus (IAS 1.17 und 1.31), um Auswirkungen der Krise zu verstehen.
  • Darstellung von Covid-19-Effekten in der GuV und Finanzkennzahlen („APM“)
    • ESMA mahnt zur Vorsicht und ermutigt dazu, quantitative Angaben in den Erläuterungen zu machen, anstatt einer gesonderten Darstellung in der GuV anzubringen.
    • Neue Finanzkennzahlen aufgrund von Covid-19 unterliegen den ESMA-Richtlinien über Berechnungskonsistenz und -stetigkeit.
  • Zwischenlageberichte
    • Darstellung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Strategie und Ziele, Geschäftsprozesse und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einschließlich Liquidität und Going Concern
    • Erläuterung der ergriffene Maßnahmen, einschließlich staatlicher Unterstützungen zur Mitigation der Auswirkungen inkl. Stand der Umsetzung
    • Covid-19-spezifische Risiken, Unsicherheiten, Annahmen und Erwartungen
  • Erstellungszeitraum
    • Die ESMA weist darauf hin, dass eine spätere Erstellung als üblich möglich ist, dies jedoch innerhalb des Rahmens der EU-Transparenz-VO (drei Monate nach Stichtag) zu erfolgen hat.