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Arbeitsrecht

31 Juli 2018

Angleichung der Krankenstandsbestimmungen

Mit 1.7.2018 kam es zu einer weitgehenden Angleichung der Rechtstellung von Arbeitern und Angestellten.
Eine der wichtigsten Änderungen erfolgte bei der Entgeltfortzahlung im Krankenstand. Während bei Arbeitern der Anspruch bereits vor Inkrafttreten der neuen Bestimmungen stets für ein Arbeitsjahr (beginnend mit Eintrittsdatum) bestand, kommt es bei den Angestellten nun zu einem Wegfall der meist schwierig zu beurteilenden Unterscheidung zwischen Ersterkrankung und Folgeerkrankung sowie der Weiterzahlung des vollen und halben Grundanspruchs innerhalb von sechs Monaten ab Wiederantritt des Dienstes nach einer Ersterkrankung.

Die beiden wichtigsten Änderungen:

  • Die Anspruchsdauer auf volles Krankenentgelt erhöht sich bereits ab dem 2. Dienstjahr (und nicht wie bisher erst ab dem 6. Dienstjahr) auf acht Wochen.
  • Auch bei einvernehmlicher Lösung (und nicht so wie bisher nur bei Kündigung durch den Dienstgeber, unberechtigter vorzeitiger Entlassung bzw. berechtigten vorzeitigem Austritt) muss der volle und halbe Krankenentgeltanspruch bezahlt werden.

Keine Änderung gibt es bei der weiterhin geltenden Trennung der Ansprüche bei Krankheit einerseits bzw. bei Arbeitsunfall/Berufskrankheit andererseits, womit auch in Zukunft im Rahmen der Personalverrechnung beide Töpfe getrennt voneinander geführt werden müssen.

Die Anspruchsdauer für die Entgeltfortzahlung neu sieht somit wie folgt aus:

Dienstjahr

Krankheit

Arbeitsunfall/Berufskrankheit

erstes Dienstjahr

6 Wochen voll / 4 Wochen halb

8 Wochen voll

2.-15. Dienstjahr

8 Wochen voll / 4 Wochen halb

8 Wochen voll

16.-25. Dienstjahr

10 Wochen voll / 4 Wochen halb

10 Wochen voll


ACHTUNG: Schrittweises In-Kraft-Treten
Die neuen Bestimmungen treten nicht für alle Arbeiter und Angestellten gleichzeitig in Kraft, weil diese ausschließlich für neue Krankenstandsjahre gelten, welche nach dem 30.06.2018 beginnen, womit bis Mitte 2019 - abhängig vom Eintrittsdatum des einzelnen Dienstnehmers - parallel beide Entgeltfortzahlungsmodelle im Rahmen der Personalverrechnung berücksichtigt werden müssen.