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Neue Sachbezugsbewertung für KFZ

31 Juli 2019

Für die Ermittlung des Sachbezugswertes für die Privatnutzung des arbeitgebereigenen PKW sind die CO2-Emissionswerte des Kraftfahrzeuges heranzuziehen. Der Sachbezugswert beträgt für alle im Jahr 2019 angeschafften Autos mit einem CO2-Wert bis 121 g/km 1,5% der Anschaffungskosten, für darüber liegende CO2-Werte 2%. Im letzten Newsletter haben wir Sie darüber informiert, dass ab 1.1.2020 voraussichtlich nur noch die neuen nach dem WLTP-Messverfahren ermittelten Werte für die Berechnung der Sachbezugswerte herangezogen werden.
Aufgrund dieses neuen Verfahrens ist es daher auch notwendig, die CO2-Grenzwerte für die ökologisch begünstigte Besteuerung mit 1,5% der Bemessungsgrundlage anzupassen, weil es dabei zu einer Erhöhung der ermittelten CO2-Emissionswerte kommt. 
Die neuen CO2-Grenzwerte sollen für alle KFZ gelten, die ab dem 1.1.2020 erstmals zugelassen und bereits mit dem neuen Verfahren bewertet werden. Um dem technologischen Fortschritt und den regulatorischen Maßnahmen im Bereich der KFZ-Antriebe und den dadurch sinkenden durchschnittlichen CO2-Emissionswerten Rechnung zu tragen, soll der für den reduzierten Sachbezug einschlägige Grenzwert jährlich um 3 g/km abgesenkt werden. Damit sollen auch zukünftig positive Anreize gesetzt werden, Fahrzeuge zu nutzen, die einen geringeren CO2-Ausstoß aufweisen.
Diese Reduktion führt in den kommenden Jahren zu folgenden für den geringeren Sachbezug relevanten CO2-Emissionswerten:
Für KFZ mit einer Erstzulassung vor dem 1.1.2020 gelten unverändert die bisherigen Grenzwerte. Für diese Fahrzeuge hat keine Neubewertung des Sachbezuges zu erfolgen.

Jahr der Erstzulassung CO2-Emissionsgrenzwert nach WLTP
2020 141 g/km
2021 138 g/km
2022 135 g/km
2023 132 g/km
2024 129 g/km
ab 2025 126 g/km

 

Arbeitgebereigene Fahrräder und Krafträder, die den Mitarbeitern für die Privatnutzung überlassen werden, sollen in die Sachbezugswerte-Verordnung aufgenommen werden (z.B. Motorfahrräder, Motorräder mit Beiwagen, Quads, Elektrofahrräder und Selbstbalance-Roller mit ausschließlich elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb). Handelt es sich hierbei um Fahrzeuge mit einem CO2-Emissonswert von 0 g/km, ist kein Sachbezug anzusetzen. Im Umkehrschluss hieße das aber, dass für Mopeds, Mofas u.ä. für die bisher laut Lohnsteuerrichtlinien kein Sachbezugswert anzusetzen war, künftig ein solcher zu berücksichtigen ist.
Die Sachbezugswerte-Verordnung betreffend Vorführwägen soll dahingehend geändert werden, dass klargestellt wird, dass die USt und die NoVA zu den Anschaffungskosten des KFZ-Händlers hinzugerechnet werden. Im Gegenzug dazu soll der Erhöhungszuschlag von 20% auf 15% reduziert werden. 
Im Zuge dieser Änderungen soll auch noch klargestellt werden, dass bei einmaligen Kostenbeiträgen vom Arbeitnehmer diese zunächst von den tatsächlichen Anschaffungskosten abzuziehen sind. Von den verbleibenden Anschaffungskosten wird der Sachbezugswert ermittelt.

Die vorstehenden Ausführungen basieren auf dem im Mai 2019 veröffentlichten Entwurf zur Änderung der Sachbezugswerte-Verordnung. Die Kundmachung wird wahrscheinlich nach dem Beschluss zur Steuerreform Ende September erfolgen.

Ansprechpartner:
Katja Reichl
Senior Manager
katja.reichl@bdo.at