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IFRS 15 - Fit für die Umsatzrealisierung

06 Juni 2016

Wien, Juni 2016. Den neuen IFRS-Standard für die Umsatzrealisierung und die Auswirkungen und Aufgaben für die Umsetzung durch die österreichischen Unternehmen präsentierten am Dienstag die beiden Partner der BDO Austria GmbH Mag. Klemens Eiter und Mag. Gerhard Posautz.

Die Umsatzrealisierung stellt ein Herzstück jedes Rechnunglegungssystems dar. In 2014 hat das International Accounting Standard Board (IASB) mit dem Standard IFRS 15 neue Regeln für die Umsatzrealisierung nach IFRS verabschiedet. Das Inkrafttreten wurde dabei mit 1.1.2018 festgesetzt. Für die Umsetzung verbleibt jedoch nur vermeintlich noch viel Zeit.

"Aufgrund der Übergangsvorschriften müssen die Auswirkungen des neuen Systems bereits für alle Umsätze ab 1.1.2017 dargestellt werden können. Bis dahin gibt es noch ein gutes halbes Jahr", bringt Mag. Posatz die zeitliche Brisanz auf den Punkt.

Der neue Standard schließt Regelungslücken in verschiedenen Bereichen, insbesondere für so genannte Mehrkomponentengeschäfte, bei denen mehrere Produkte oder Dienstleistungen gemeinsam verkauft werden. Anpassungsbedarf gibt es insbesondere, wenn Leistungen gratis oder stark verbilligt als verkaufsfördernde Maßnahme beim Verkauf eines anderen Produkts mitgegeben werden, wie etwa das Gratishandy beim Abschluss eines Mobilfunkvertrage. Der Mobilfunktarif muss dann aufgeteilt und zum Teil als Umsatz für das Handy erfasst werden. 

"Umsatzrealisierung und Billing laufen bei Mehrkomponentenverträgen oft auseinander. Da es sich um Massendaten handelt, müssen die Anpassungen in einem eigenen System in der IT-Landschaft abgebildet werden. Das erfordert viel Zeit und Geld. Die deutsche Telekom etwa hat für die Einführung von IFRS 15 etwa einen dreistelligen Millionenbetrag veranschlagt", schildert Mag. Eiter die teils drastischen Auswirkungen.

Von den Änderungen sind viele Branchen betroffen, insbesondere der Handel und die Softwarebranche.  Im Bau und Anlagenbau können Änderungen durch richtige Vertragsgestaltungen weitgehend vermieden werden. Aber auch dies macht eine frühzeitige Analyse und Anpassung von Prozessen erforderlich.

"Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sind österreichische Unternehmen gut beraten, sich umgehend mit den Auswirkungen der neuen Regeln zu befassen", fasst Mag. Eiter das Credo der Veranstaltung zusammen.  

 

Unter den geladenen IFRS-Spezialisten an diesem Abend in den Räumlichkeiten der BDO gesichtet: Mag. Matthias Ellmauer, Geschäftsführer ALAS Baustoff-Holding GmbH, Mag. Heimo Ertl, Rechnungswesen-Leiter SHT Haustechnik AG, Mag. Herwig Mindl, Rechungswesen-Leiter Austrian Power Grid AG, Mag. (FH) Cornelia Strassil, Rechungswesen-Leiterin MTH Retail Group Holding GmbH, Mag. Thomas Wrienz, Rechnungswesen-Leiter RP Global GmbH, Mag. Siegfried Wriesnig, Geschäftsführer Raiffeisen Agrar Holding GmbH, Mag. Otmar Zeindlinger,  Linz Textil GmbH und die Partner der BDO Mag. Klemens EiterMag. Gerhard Posautz und Mag. Kurt Sumhammer.